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20. Oktober 1958, 6.30 Uhr. Im Auto fahren wir zum Flugplatz von Kalkutta, denn um 8 Uhr startet unsere Maschine nach Bagdogra^ Um ein Haar allerdings hätten wir sie verpaßt - weil eine Kuh unseren Weg kreuzte. Wie in allen indischen Städten laufen die den Hindus heiligen Tiere frei und unbehelligt durch die Straßen. Hätten wir die Kuh überfahren oder auch nur angefahren, so hätte das für uns sehr unangenehme Folgen haben können; nicht nur die Polizisten, auch die Bevölkerung hätte ihren Zorn gegen uns gerichtet; endlose und schwierige Auseinandersetzungen wären zumindest zu bestehen gewesen. Das Flugzeug wäre jedenfalls ohne uns abgeflogen. Aber zum Glück ging es diesmal noch glimpflich ab, und rechtzeitig trafen wir auf dem Flugplatz Dumdum ein, der nordöstlich von Kalkutta liegt. Als die Engländer noch über Indien herrschten, ließen sie hier In einer großen Munitionsfabrik die furchtbaren Geschosse herstellen, die den Namen dieses unbedeutenden Indischen Ortes in aller Welt verrufen machten. -Wir hatten genügend Zeit, unser Gepäck in Ruhe aufzugeben. Auch zwei europäische Alpinisten ließen ihre beiden Einmannkisten füi-die Hochlager wiegen und im Flugzeug verstauen. Vielleicht waren sie Teilnehmer einer Expedition. Einen von ihnen sahen wir später noch einmal in Dardschlling (Darjeeling).
Mit einer halben Stunde Verspätung starteten wir und flogen nun unserem ersten Ziel entgegen. Eine Stunde lang fliegt man vom Norden nach Süden über West-Bengalen - über grünes, ebenes Land, das sich gelegentlich^bls kaum zweihundert Meter Höhe über