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Das Rohstoffproblem -
eüi Knäuel
von Widersprüchen
Viele entscheidende Fragen der Weltpolitik sind heute - mehr oder weniger offenkundig - auf das engste mit der langfristigen Deckung des Rohstoffbedarfs verbunden. Die Menschheit hat ein ganz vitales Interesse daran, ob, wie und in welchem Grade ihrem Bedarf an Nahrung, Kleidung, Wohnung und vielem anderem mehr entsprochen werden kann. Reichen die Bodenschätze und Naturreichtümer nur für wenige aus, oder können wir in absehbarer Zeit die wichtigsten Bedürfnisse der gesamten Menschheit befriedigen?
Rohstoffe benötigt und verbraucht jeder Bewohner unseres Planeten täglich, ja beinahe stündlich, gestern, heute und auch morgen; sie sind ein wichtiger, unabdingbarer Teil menschlicher Existenz. Stets war der Bedarf für die Zukunft, der Wunsch nach noch mehr Rohstoffen, größer als die jeweilige Produktion. Rohstoffe sind immer »knapp« gewesen, sie sind es heute bei einem sprunghaften Verbrauchsanstieg mehr denn je.
Jeder einzelne von uns wird mit dieser Situation konfrontiert, viele Menschen direkt, manche nur indirekt. Ebenso, wie wir wissen, daß immer noch in vielen Entwicklungsländern große Teile der Bevölkerung Hunger leiden, sind wir darüber informiert, daß auch in den größten Ländern des Kapitals das Benzin rar oder die Energie teuer geworden ist. Dazwischen liegt ein großes Spektrum ungelöster, offener Fragen und Widersprüche zur stabilen Versorgung der Menschheit mit Rohstoffen. Neben einer Vielzahl von Problemen der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Technik betreffen sie auch direkt unsere natürliche Umwelt.
40 Mrd. t Rohstoffe produzierte und verbrauchte die Bevölkerung der Erde im Jahre 1975. Mit dieser Menge befriedigten 4 Milliarden Menschen die vielfältigsten und unterschiedlichsten Bedürfnisse an Nahrungsmitteln, an Brenn-und Werkstoffen sowie an Baumaterialien. Damit sicherten sie - mehr oder weniger gut, zum überwiegenden Teil weniger gut - ihre Existenz.
Diese gigantische, fast unvorstellbare Rohstoff menge entspricht im Jahr einem durchschnittlichen Prokopfverbrauch von 10000 kg oder pro Tag der