Bővebb ismertető
Vorwort
Dieses Buch will ein Bild von der Eigenart und der derzeitigen Situation der Jurisprudenz zeichnen. Es wendet sich nicht an den Fachmann des Rechts, an den Juristen, sondern an jeden Bürger, den die Fragen des Zusammenlebens in der Gesellschaft interessieren. Als Entscheidungshilfe soll es dienen, ehe ein Studienentschluß gefaßt wird. Auch als erste Orientierung für den, der sich dem Studium des Rechts zuwendet, mag es nützlich sein. Eine "Einführung in die Rechtswissenschaft« ist das Buch jedoch nicht: Es will nicht Anfangskenntnisse in Lem-gebieten vermitteln, sondern die Problematik einer Disziplin, über deren Wissenschaftlichkeit man streiten kann, erschließen. Aus diesem Grunde tritt das Streben, Information anzubieten, gegenüber dem Versuch, Verständnis für die Situation der Juristen zu schaffen, zurück. Schon deshalb ist das Buch auch kein »Hausjurist«: Rechtsfälle des täglichen Lebens können mit seiner Hilfe nicht gelöst werden. Früher konnte man versuchen, in einem einzigen Band juristische Lebenshilfe bereitzustellen. Heute haben unsere Rechtsordnungen ein Maß an Verfeinerung und Unübersichtlichkeit erlangt, daß der wichtigste Rat, den ein Jurist zu geben hat, dahin geht, stets einen Spezialisten - Steuerrechtler, Arbeitsrechtler, Versicherungsfachmann usw. - zu konsultieren. Die Problematik, die in dieser Entwicklung liegt, ist eines der Hauptthemen dieses Buches. Es ist Zeit geworden, daß über die Situation des Rechts und der ihm dienenden Juristen mehr nachgedacht wird. Diese kritische Reflexion, zu der Realismus und tolerante Relativierung des politischen Engagements gehören, darf nicht auf die Juristen beschränkt bleiben. An Selbstbespiegelung, auch an Selbstkritik der Jurisprudenz war noch nie Mangel. Was aber not tut, ist, daß sich die Gesellschaft mehr mit dem Recht und der Jurisprudenz beschäftigt. Dazu anzuregen, ist das hauptsächliche Ziel meiner Arbeit.
Salzburg, im Mai 1972 Theo Mayer-Maly