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Eins
Es war Anfang Sommer 2000, und in New York City, wo die Straßen im Goldstaub zu funkeln schienen, der von den Milliardengeschäften einer boomenden Wirtschaft niederrieselte, herrschte business as usual. Die Welt war friedlich ins neue Millennium hinübergeglitten, der Präsident war einmal mehr dem Amtsenthebungsverfahren entgangen und Y2K war mit einem kläglichen Zischer verpufft wie alter französischer Champagner. Die Stadt erstrahlte in ihrer grandiosen, vulgären und rücksichtslosen Glorie.
Stadtgespräch in diesem Augenblick war Peter Cannon, ein Anwalt der Entertainment-Branche, der mehrere berühmte Klienten um schätzungsweise 35 Millionen Dollar geprellt hatte. In den folgenden Monaten und Jahren sollten weitere Skandale ans Licht kommen, Milliarden von Dollars verloren gehen und die amerikanische Öffentlichkeit auf breiter Basis abgezockt werden. Doch in der Zwischenzeit waren in die »Peter-Cannon-Affäre« genügend fett gedruckte Namen verstrickt, um die klatschhungrigen New Yorker zumindest vorübergehend zufrieden zu stellen. Jeder, der etwas auf sich hielt, hatte entweder Peter selbst gekannt oder kannte jemanden, der von Peter sensationell betrogen worden war - und überhaupt, so fragten sich alle, hätten seine Klienten nicht ein wenig gescheiter sein sollen?
Unter den Opfern war auch ein einunddreißigjähriger Rockmusiker namens Digger. Digger war eines dieser Popstarwunder mit nur einem Namen, und wie so oft bei großen Künstlern paarten sich bei ihm bescheidene Anfänge mit einem leicht schrägen Aussehen. Er stammte aus Des Moines, Iowa, hatte schmutzig-blonde Haare, eine beängstigend weiße Haut, unter der die blauen Äderchen durchschimmerten, und einen Hang zu runden, flachen Hüten mit hochgebogener Krempe, die sein Markenzeichen waren.
Am Freitagnachmittag des Memorial-Day-Wochenendes saß er gemütlich am Pool seines diesjährigen Hunderttausend-