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Hof des Palazzo Ducale in Urbino
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Drei Genies überstrahlen die bildende Kunst der Renaissance in Italien: Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael. Obwohl ihrem Wesen nach durch Welten voneinander getrennt, brachten sie vieles zum Ausdruck, das unabdingbar zum Charakter der nachmittelalterlichen Maierei, Bildhauerei und Architektur gehört; die Kunst der letzten vier Jahrhunderte wäre ohne ihren Beitrag praktisch unvorstellbar und nicht zu begreifen. Diese drei Giganten waren die Erben einer starken künstlerischen Tradition, die sich im fünfzehnten Jahrhundert entwickelt hatte; sie profitierten aber auch von der wiedererwachenden Leidenschaft für die Formen und Gestaltungsweise der Griechen und Römer und von der noch sehr lebendigen Überlieferung der
Gotik. Zu den Impulsen aus naher und ferner Vergangenheit trat eine gegenseitige Befruchtung. Diese Beeinflussung geschah auf zwei Wegen: einmal durch direkte Anleihen der Künstler bei anderen Meistern; dies galt verständlicherweise vor allem für den Jüngsten der drei -Raffael. Zum anderen wurde das Werk des einen Künstlers durch den anderen 'neu interpretiert'. Leonardo beschäftigte sich des öfteren mit Michelangelos Werk und 'korrigierte' in einer Zeichnung sogar das, was er an der berühmten Marmorstatue des David, die auch Raffael eingehend studierte, für unzulänglich hielt. Leonardo, 1452 geboren, war vielleicht der außergewöhnlichste Mann in einer außergewöhnlichen Zeit. Seine Interessen galten allen Bereichen unserer wahrnehmba-