Bővebb ismertető
Die vier als Stanzen bezeichneten Gemácher ím Vatikan, in denen Raffael einst in blühender Jugend seine berühmten Wandund Deckenbilder malte, sind heute von dem Klima eines Museums erfüllt. Damals lebten diese Ráume, als Papst Julius II. in ihnen wohnte und arbeitete und die Gesandten und Besucher aus aller Welt empfing. Heute sind die gewölbten Zimmer leer. Einzig die Kompositionen Raffaels auf den Wánden sind gegenwártig. Uns Heutigen, die wir in einer Zeit leben, die aus ihrer verwandelten Innerlichkeit eine ganz andersartige Weltschau mit so noch nie gesehenen und gehörten Formen, Linien, Farben und Klángen in uns aufsteigen Iáik, muten jene klassischen Wandgemálde leicht wie die schweigenden schönen Masken eines untergegangenen Lebens an. Zwischen ihnen gehen wir als in einer Welt der Erinnerungen umher, aus der uns eine einzigartig grofigesinnte und heitere Seele mit sanfter Gewalt von weit her anspricht. Von weit her? Ja und nein. Wáhrend des Schauens, wenn der Verstand die Schicht des Historischen durchdrungen hat und an das eigentümliche und unsterbliche Leben der Bilder selbst herangekommen ist, beginnt unser eigenes Inneres mit diesen Verkörperungen eines hohen Daseins, mit ihren Gruppierungen und Bezügen, ihren Gebárden und Farben zu leben. Etwas von der unerschütterlichen Gültigkeit und Schönheit kosmischer Gegebenheiten möchte uns ansprechen. Das Wesen einer Schönheit, wie es vordem derart gesammelt in den Parthenonskulpturen des Phidias und sonst kaum wieder hervorgetreten ist, greift an unser Herz. Als Raffael 1508 auf die Empfehlung Bramantes hin von Papst Julius aus Florenz nach Rom berufen wurde, war er fünfundzwanzig Jahre alt.