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Eine Geschichte, die sich lohnt, neu erzählt zu werdenDie alte Ruinenstätte von Qumran liegt am Nordwestufer des Toten Meeres auf einer etwa 200 Meter höher gelegenen terrassenförmigen Mergelebene. Seitdem in der Nähe der Siedlung nach 1947 unzählige Fragmente von antiken Schriftrollen gefunden wurden, ist die Anlage von Qumran rasch als Hauptsitz der Essener ausgegeben worden, einer klosterähnlichen Gemeinschaft, die Armut und Ehelosigkeit gelobt, abgeschieden von der Außenwelt gelebt und Schriftrollen verfasst haben soll. Die moderne Forschung zeigt aber ein geradezu konträres Bild: Die Gegend um das Tote Meer war nämlich damals keineswegs unbelebt oder unwirtlich, die Essener waren vermutlich in ganz Judäa verbreitet, die Qumran-Siedlung war kein Kloster und wurde auch nicht von Zölibatären Mönchen bewohnt. Auch die lange Zeit für selbstverständlich erachtete Verbindung zwischen Rollen und Siedlung erscheint nunmehr als zweifelhaft. Eine gan-'ze Reihe von Fragen tut sich auf: Verfolgte die Anlage religiös-spirituelle Zwecke oder fungierte sie als ein auf regionale Landwirtschaft spezialisiertes Dienstleistungszentrum? Waren die Bewohner ausschließlich Bauern und Balsamprodu-i^;. j zenten oder doch auch Mitglieder religiöser Gruppierungen? j Stammen die Schriftrollen ursprünglich aus Qumran oder wurden sie in den Höhlen lediglich gelagert bzw. versteckt?Die Liste der noch ungeklärten Fragen rund um die archäologische Sensation" des vergangenen Jahrhunderts ließe sich noch lange fortsetzen, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil trotz der vollständigen Publikation der Schriftstücke ein abschließender Grabungsbericht noch ausständig ist. In der Wissenschaft stehen sich im Wesentlichen zwei konträre Po-l' l'l! '