Bővebb ismertető
Mit 5 internationalen Tagungen, 10 Publikationen einschlieíMich eines umfangreichen Jahrbuchs, 35 öffentlichen Veranstaltungen, 19 Studientagen und Kursen sowie 5 Studien- und Begegnungsreisen war das Arbeitsprogramm des vergangenen Jahres das bisher umfangreichste in der Geschichte der Stiftung PRO ORIENTE. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich zweierlei: Zum einen ein enormes Engagement der Angestellten und dervielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zum anderen das zunehmende Interesse des Publikums und der mit uns kooperierenden Institutionen des In- und Auslands an dem von PRO ORIENTE geführten Ost-West-Dialogs. Vorrangig sind es aber nicht die Zahlen deren wir uns rühmen wollen, sondern jene Herausforderungen, die uns im vergangenen Jahr am meisten bescháftigten. Das war vor allém die in vielen Staaten des Nahen Ostens von einem fundamentalistischen Islam áufóerst bedrángten christlichen Minderheiten. Diese Situation bildete den Hauptschwerpunkt unserer Arbeit. Ihm war auch die von Papst Benedikt XVI. einberufene Sondersynode für die Bischöfe des Nahen Ostens im Október gewidmet. Gemeinsam mit den betroffenen Kirchen der syrischen Tradition habén wir in Sulaymaniyah/lrak ein Positionspapier erarbeitet, das die Aufmerksamkeit der Synode auf die wesentlichen Anliegen dieser Kirchen lenken sollte. Wir habén diesem Thema einen Workshop beim Zweiten Ökumenischen Kirchentag in München und, gemeinsam mit der Initiative Christlicher Orient (ICO), eine Tagung in Salzburg gewidmet. Über diese Anstrengungen auf wissenschaftlicher Ebene hinaus habén wir gemeinsam mit 20 anderen Organisationen am 10. Dezemberdie Menschenrechtslage im Nahen Osten zum Gegenstand eines öffentlichen Protestes in Wien gemacht. lm Bereich „Internationale Tagungen und Konferenzen", war das herausragende Ereignis des jahres eine erstmals in Österreich stattfindende Vollversammlung der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den Theologischen Dialóg zwischen der Katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche, die von PRO ORIENTE in Zusammenarbeit mit dem Kardinal-König-Haus durchgeführt wurde. Thema des Treffens war: „Die Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirche im ersten Jahrtausend". Der neue Prásident der katholischen Delegation, Kardinal Kurt Koch, stellte eine neue und erfreulich grofte gegenseitige Lernbereitschaft unter den Kirchen fest. Unter den insgesamt 10 Publikationen des vergangenen Jahres sind Arbeiten, denen besondere Bedeutung zukommt: Zum einen handelt es sich um die Ergebnisse zweier gemischtkonfessioneller Arbeitsgruppen, die sich seit 2002 bemühen, gemeinsam die Entstehungsgeschichte der kirchlichen Unionen von Brest und Siebenbürgen neu zu schreiben. Ereignisse, die zu Spaltungen führten und bis zum heutigen Tag Ursache ernster Auseinandersetzungen auf kirchlicher aber auch politischer Ebene sind. Die historisch wie ökumenisch bedeutsamen Publikationen lassen hoffen, dass dadurch „Gedáchtnisse gereinigt" und Versöhnung bewirkt werden wird. Eine andere religionsgeschichtlich bedeutsame PRO ORIENTE-Publikation (Gorgias Press, New Jersey) untersucht die wechselhafte Begegnung der syrischen Tradition mit dem Islam, angefangen von den Kalifen bis in die leidvolle Gegenwart. Dem langjáhrigen PRO ORIENTE Schwerpunkt „Südosteuropa" war die Grazer Tagung „Sakralisierung des öffentlichen Raumes in Südosteuropa nach der Wende 1989" gewidmet. Und drei Publikationen bescháftigten sich mit der Geschichte Südosteuropas nach 1989 unter dem Aspekt des Beitrags der Religion zu dieser historischen Wende und den Folgen.