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Vorbemerkung
Was die „Praktische Stillehre" will, ist heute so aktuell wie vor zehn Jahren, und was sie bei ihrem ersten Erscheinen auszeichnete, ist heute nicht minder bemerkenswert; die Wachheit und die Toleranz, mit der Sprache und Sprachentwicklung betrachtet und beurteilt werden, die sich daraus ergebende tolerante und zugleich kritische Haltung des Autors, der als Erzieher und Ratgeber, nicht aber als Schulmeister und Beckmesser verstanden sein will, der von den Bedürfnissen des Sachdarstellers statt von einer starren Schulmeinung ausgeht, der sich den Sprachproblemen des Praktikers widmet, statt dessen Stilgefühl an der Kunstprosa zu schulen, der nicht trocken und unanschaulich, sondern locker und gepflegt schreibt und mit einer Vielzahl von Beispielen unser Vorstellungsvermögen anregt.
Georg Möller will den schreibenden Praktiker zum Verantwortungsbewußtsein beim Sprachgebrauch erziehen und ihn befähigen wie ermutigen, Entscheidungen zu treffen. Sollte man mehr wollen? Weshalb schien eine Bearbeitung dennoch zweckmäßig?
In den vergangenen zehn Jahren wurde die Sprachwissenschaft um wesentliche Erkenntnisse bereichert, so daß die theoretischen Grundlagen der „Praktischen Stillehre" teilweise überholt waren. Sie wurden auf den neuesten Stand gebracht und, soweit es nötig schien, erweitert. Zum Beispiel wurden Erkenntnisse über die Rolle des Verbs im Satz (Valenzbegriff) und über den Rahmenbau (Mitteüungswert), Einsichten in Textgesetzmäßigkeiten (Textbegriff) und. Voraussetzungen für die Wahl sprachlicher Mittel (Begriff der Angemessenheit) einbezogen bzw. differenziert. Die Bezeichnungen Sachprosa, Kunstprosa und Alltagsrede wurden festgelegt und im folgenden Sinne einheitlich verwendet: Sachprosa (man begegnet in diesem Zusammenhang auch Ausdrücken wie Gebrauchssprache und Zwecksprache) bezieht sich immer auf bewußt gestaltete, fachlich informierende oder verhaltenslenkende Texte. Mit der Bezeichnung Kunstprosa (auch: Belletristik, Schöne Literatur) erfassen wir Texte, die künstlerisch ausgefeilt, auf ästhetische Wirkung hin geformt sind. Alltagsrede (auch: Umgangssprache) schließlich bezeichnet den alltäglichen, spontanen und ungezwungenen Sprachgebrauch im täglichen ' ' '
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Schließlich war die von Georg Möller ausdrücklich außer acht
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