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Die polnische Welle: eine ganze Garde neuer polnischer Erzáhler macht von sich reden. Allén gemeinsam ist eine realistische Erzáhlweise, der Wille zur Wahrhaftigkeit und ein kritisches Denken, das Unbequemlichkeiten (auch politischer Art) nicht scheut. Zu ihnen gehört Tadeusz Nowakowski, der seit einigen Jahren im Westen lebt. In seinem Román >Polonaise Allerheiligen< demonstriert er an einer Handvoll nach Deutschland versprengter Polen das Schicksal eines unglücklichen Volkes. Die Baracke Allerheiligen, dieser Wartesaal, diese Zwischenstation, ist in einem gewissen Sinn Nowakowskis Zauberberg, in dem er die Mentalitát der polnischen Intellektuellen, Pseudointellektuellen und Philister unbestechlich aufzeigt. Vergeblich hofft die Hauptfigur des Romans, Stefan Gregortschik, einst Leutnant der polnischen Armee, durch Heirat mit einem deutschen Mádchen der Scheinwelt dieser Nocheinmaldavongekommenen entfliehen zu können. In Erinnerungen und Rückblenden versucht Nowakowski die Stationen des polnischen Leidensweges nachzuzeichnen. Dieser Román ist die engagierte Prosa eines Skeptikers, der keineswegs Pessimist ist. Vielleicht könnte man Nowakowski als einen verkappten Romantiker bezeichnen - er wáre damit der Tradition der polnischen Literatur treu geblieben, deren beste Vertreter meist Romantiker waren. Freilich ist es eine wirklichkeitsnahe Romantik, die hier spürbar wird. Die >New York Times< bezeichnete diesen Román als ein bitteres, brillantes Buch.