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I-III 13
Vorrede.
Eine Erklärung, wie sie einer Sdirift in einer Vorrede nadi der Gewohnheit vorausgesdiidct wird, — über den Zwedf, den der Verfasser sidi in ihr vorgesetzt, sowie über die Veranlassungen und das Verhältnis, worin er sie zu andern frühem oder gleidizeitigen Behandlungen desselben Gegenstandes zu stehen glaubt, — sdieint bei einer pihilosophisdien Sdirift nidit nur überflüssig, sondern um der Natur der Sadie willen, sogar unpassend und zwedfwidrig zu sein. Denn wie und was von Philosophie in einer Vorrede zu sagen sdiiddidi wäre, — etwa eine historisdie Angabe der Tendenz und des Standpunkts, des allgemeinen Inhalts und der Resultate, eine Verbindung von hin und her spredienden Behauptungen und / Versidierungen über das Wahre — kann nidit für die Art und Weise gelten, in der die philo-sophisdie Wahrheit darzustellen sei. — Audi weil die Philosophie wesent-lidi im Elemente der Allgemeinheit ist, die das Besondere in sidi sdiließt, so findet bei ihr mehr als bei andern Wissensdiaften der Sdiein statt, als ob in dem Zwedfe oder den letzten Resultaten, die Sadie selbst und sogar in ihrem vollkommenen Wesen ausgedrüdct wäre, gegen weldies die Aus-führang eigendidi das Unwesentlidie sei. In der allgemeinen Vorstellung hingegen, was z. B. Anatomie sei, etwa die Kenntnis der Teile des Körpers nadi ihrem unlebendigen Dasein betraditet, ist man überzeugt, die Sadie selbst, den Inhalt dieser Wissensdiaft, nodi nidit zu besitzen, sondern außerdem um das Besondere sidi bemühen zu müssen. — Ferner pflegt bei einem soldien Aggregate von Kenntnissen, das den Namen Wissensdiaft nidit mit Redit führt, eine Konversation über Zwedc und dergleidien Allgemeinheiten nidit von der historisdien und begrifflosen Weise versdiieden zu sein, in der audi von dem Inhalte selbst, diesen Nerven, Muskeln und so fort, gesprodien wird. Bei der Philosophie hingegen würde die Ungleidi-heit entstehen, daß von einer soldien Weise Gebraudi gemadit, / und diese dodi von ihr selbst als unfähig, die Wahrheit zu fassen, aufgezeigt würde. So wird audi durdi die Bestimmung des Verhältnisses, das ein philosophi-sdies Werk zu andern Bestrebungen über denselben Gegenstand zu haben glaubt, ein fremdartiges Interesse hereingezogen, und das, worauf es bei der Erkenntnis der Wahrheit ankommt, verdunkelt: So fest der Meinung der Gegensatz des Wahren und des Falsdien wird, so pflegt sie audi entweder Beistimmung oder Widersprüdie gegen ein vorhandenes philosophi-sdies System zu erwarten, und in einer Erklärung über ein soldies nur entweder das eine oder das .andre zu sehen. Sie begreift die Versdiiedenlheit philosophisdier Systeme nidit so sehr als die fortsdireitende Entwiddung der