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Betrachte das nebenstehende Bild und rate einmal, aus welcher Gegendes wohl stammt! Am sumpfigen Ufer eines kleinen Sees schimmern kahleBirken in der ersten Märzensonne. Dürres Schilf raschelt papieren imWinde. Doch im Haselbusch regt sich schon neues Leben; weich undschmiegsam hangen die eben erblühten Kätzchen am Zweig. Auch dasjenseitige Ufer säumen Schilf und Birken. Ein waldiger Hügel zeichnetden sanften Horizont. Vor uns liegt eine natürliche Seenlandschaft, soursprünglich schön und unberührt wie vor Jahrtausenden. Im...
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Betrachte das nebenstehende Bild und rate einmal, aus welcher Gegendes wohl stammt! Am sumpfigen Ufer eines kleinen Sees schimmern kahleBirken in der ersten Märzensonne. Dürres Schilf raschelt papieren imWinde. Doch im Haselbusch regt sich schon neues Leben; weich undschmiegsam hangen die eben erblühten Kätzchen am Zweig. Auch dasjenseitige Ufer säumen Schilf und Birken. Ein waldiger Hügel zeichnetden sanften Horizont. Vor uns liegt eine natürliche Seenlandschaft, soursprünglich schön und unberührt wie vor Jahrtausenden. Im ganzenBild entdeckst du kaum eine Spur menschlicher Arbeit: kein Haus, keineUfermauer, weder Plakate noch Schutthaufen nicht einmal Leitungs-drähte. In welch abgelegenem Winkel unseres Kantons hat sich wohl sourwüchsige Landschaft erhalten? Das Seelein mit seinen unbewohntenUfern liegt wer hätte das vermutet am Stadtrand von Zürich. Esist der Katzensee.Was für ein erstaunlicher Gegensatz zwischen der Grossstadt und dieserNaturlandschaft! Durch welches Wunder blieb uns hier ein solchesKleinod bewahrt? Das Katzenseegebiet steht seit 1915 unter Natur-schutz. Sein Landschaftsbild darf nicht entstellt, die Pflanzen- und Tier-welt nicht geschädigt werden. Was ohne Naturschutz auch hier gesche-hen wäre, sehen wir an tausend andern Orten. Schon seit Jahrhundertenverwandelt der Mensch das Gesicht unserer Heimat. Er hat Wälder ge-rodet oder durch Kunstwald ersetzt, hat Moore abgetorft und entwäs-sert. Mit den Mooren sind viele eigenartige Pflanzen für immer ver-nichtet, viele Sumpfvögel vertrieben worden. Die lebenden Häge anBach- und Wiesenbord der Unterschlupf und Nistort nützlicher Sing-vögel und die erste Bienenweide im Frühling wurden abgehackt oderausgerottet. Altehrwürdige Bäume müssen fallen, wenn sie dem moder-nen Verkehr im Wege stehen. Immer mehr werden Flüsse und Bächezwischen gerade Ufermauern gezwängt oder in Zementröhren beerdigt.Das kraftvolle Rauschen der Ströme erstickt in trüben Stauseen. Kraft-leitungen verunstalten manch reizvolles Dorf- und Landschaftsbild.Durch die Abwasser der Uferdörfer und Fabriken werden unsere Seenallmählich überdüngt und die Flüsse vergiftet, so dass Fische sterbenund Badanstalten geschlossen werden müssen. Die lebendige Pflanzen-welt, die das Ufer säumte, ist kilometerweit durch tote Betonmauernersetzt. Wir können es gar nicht ermessen, wie viele Naturschönheitenin den letzten Jahrzehnten rücksichtslos der Technik geopfert wurden.Leider sehen eben viele in unserer Heimat nur eine Handelsware undwollen daraus möglichst hohen Profit ziehen. Was in Jahrtausendengeworden und gewachsen ist, wird in einem Augenblick vernichtet undkann nie wieder gutgemacht werden, ist endgültig verloren.

Termékadatok

Cím: Pflanzenkunde [antikvár]
Szerző: Karl Egli Max Chanson
Kiadó: Kantonaler Lehrmittelverlag
Kötés: Vászon
Méret: 150 mm x 220 mm
Karl Egli művei
Max Chanson művei
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