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Tausende von Sonntagsausflüglern waren bei strahlendem Juniwetter von Petersburg herausgekommen, um diesen «historischen Augenblick», wie ihn die russischen Zeitungen nannten, so gut es ging mitzuerleben. Auf der ausgedehnten Wasserfláche, wo die Newa in den Finnischen Meerbusen mündet, wimmelte es an diesem Tag neben den sonst zwischen den Inseln verkehrenden Fáhrschiffen von kleineren Wasserfahrzeugen jeglicher Art. Jeder wollte dabeisein, wenn Zar Nikolaus II. und seine Familie sich auf das britische Flaggschiff, HMS Lion, begaben, um mit dem britischen Admiral, Sir Dávid Beatty, und seinen Offizieren ein Gabelfrühstück einzunehmen. Das war der historische Augenblick, die Krönung einer von feierlichen Aktén und Festlichkeiten angefüllten Woche, mit der man in St. Petersburg den Besuch des ersten britischen Schlachtkreuzer-Geschwaders gewürdigt hatte. In festlicher Stimmung erwartete die Besatzung den kaiserlichen Besuch, dem spáter an Bord der Kreuzer ein Ball der britischen Kriegsmarine folgen würde. Zu den Zeugen des grófién Moments záhlte eine Handvoll junger Leute, die einander für kurze Zeit sehr nah waren, ohne sich zu kennen und ohne zu ahnen, dafi Schicksal und Geschichte bald enge Fádén zwischen ihnen knüpfen würden. Von ihnen war Joe Calvert derjenige, der am wenigsten sah und hörte. Der junge Vizekonsul der Vereinigten Staaten von Amerika, der sich erst seit fünf Tagén in der russischen Hauptstadt aufhielt, war spát und unvorbereitet, ohne Fernglas, nach Kronstadt aufgebrochen. In Begleitung seines nach Berlin versetzten Vorgángers, Edward Murchison, fuhr er auf einem der überfüllten Fáhrschiffe die Newa hinunter. Mit ihren untadeligen hellgrauen Anzügen und den steifen Strohhüten waren die beiden grófién, schlanken jungen Mánner typische Dandys des Jahres 1914. Joe Calverts Name, der in St. Petersburg noch sehr bekannt und manchmal verflucht werden sollte, war an jenem Tag nur zwei Personen in der Menge ein Begriff: Madame Hendrikowa,