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Alexis liest Zola vor (c. 1869) Ol auf Leinwand Museu de Arle, Säo Paolo, Brasilien
PAUL CÉZANNE
Die Themen der reifen Gemälde von Cézanne rufen auf den ersten Blick wenig innere Teilnahme hervor. Dagegen werden wir sogleich von ihm als einem Meister der Farbe und der Komposition gefesselt. Er verwandte auf die Formen und Farben bei seinen Bildnissen, Bäumen und Äpfeln den gleichen Ernst, mit dem die alten Meister viel anspruchsvollere BUdthemen malten, um sie zu einem Fest für die Augen zu machen. Seine kurzen Pinselstriche bauen eine Bildwelt auf, in der wir starke Kräfte fühlen; Ruhe und Bewegung, Gegensatz und
Einklang sind genau ausgewogen. Zugleich sprechen aus Cezannes Werken auch die besten Eigenschaften seines eigenen Wesens: Überzeugungskraft und Redlichkeit eines feinfühlenden, tiefsinnigen und starken Geistes. Es ist die Kunst eines Mannes, der in seinen Wahrnehmungen lebt, der sich freudig in die sichtbare Welt versenkt, wenn er auch häufig in seinem Inneren aufgewühlt ist. Darin, daß seine Kunst eine lange und aufmerksame Betrachtung von uns fordert, gleicht sie der Musik in der Erlebnisform; man kann sie nicht im Augenblick erfassen, sondern muß sich ernsthaft um sie bemühen, so wie es manche Werke der großen Tonschöpfer von uns verlangen.
Cezannes Kunst, die uns heute so vertraut ist, war zu seiner Zeit etwas Fremdes und Neuartiges. Sie hegt