Bővebb ismertető
Mit einem Lehrbuch der italienischen Sprache unterm Arm lief ich an der Schattenseite des Schlosses entlang. Vom Dickicht aus spähte ich wie üblich in die Runde, um mich zu vergewissern, daß mich auch niemand sah, dann rannte ich pfeilgerade in Richtung der drei Birken in das dichte Gebüsch, das die Kapelle umgab. Dieses vorsichtige Umherspähen ärgerte mich jedesmal: Warum hatte ich Angst? Warum verhielt ich mich wie jemand, der verbotene Wege geht? Trotzdem konnte ich es nie unterlassen. Und wenn mich nun wirklich einer sah? Wichtigkeit. Wer hätte mich übrigens um diese Zeit schon sehen können? Der herrische Gaspard war am frühen Morgen mit dem kleinen Wagen fortgefahren, wahrscheinlich nach Lyon, Diane aber, die erhabene Diane, hielt ihr Nachmittagsnickerchen - bestimmt preßte sie auch im Schlaf die Lippen erbittert zusammen, als wollte sie verhüten, daß ihr etwas Wesentliches entfuhr. Und sie hatte natürlich Angst, Angst vor Gaspard. Schlimm mußte das sein, ständig die Glückliche zu spielen, wenn man so verhängnisvoll unglücklich war! Aber zum Kuckuck noch mal, um wessentwillen tat sie so, als sei sie glücklich, wo sich doch kein Mensch auf der Welt um sie kümmerte? Solange Mama Julie noch lebte, war zumindest jemand dagewesen, für den sie dieses Theater spielte - aber jetzt?Vielleicht trug Diane die Maske der glücklichen Frau auch nur, weil einfach niemand erfahren durfte, daß die Liebe, auf die die Gräfin Vichy und Herrin von Champ-rond vor zwölf Jahren so stolz gewesen war, sie enttäuscht hatte. Oder lag es noch länger zurück? Ja, ein