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Weltstadt ParisParis", so lautete ein Ausspruch von Kaiser Kari V., ist keine Stadt, sondern eine Welt". Man darf getrost hinzufügen, ohne als überheblich bezeichnet zu wer-den, es ist eine Weltanschauung.Um Paris zu besitzen, konvertierte der überzeugte Protestant Heinrich von Na-varra zum Katholizismus und wurde somit als Henri IV König der Franzosen. Sein Leitspruch lautete: ,Paris vaut bien une messe' - Paris ist eine Messe wert".Die Eroberung der Metropole war stets das Ziel aller mit Frankreich kriegführen-den Máchte.Kaiser und Könige, republikanische Prá-sidenten und Regierungschefs, sahen den Höhepunkt ihres Lebens darin, im Ely-sée-Palast empfangen zu werden. Maler und Bildhauer, Komponisten und Schrift-steller, jeden zog es und zieht es nach Paris. Ob als Tourist oder Emigrant, die Weltstadt bietet fürjeden Unterkunft und Heimat.Glanzvolle Welturaufführungen fanden und finden in den Theatern der Metropole statt. Mit dem Namen der Stadt sind auch zahllose politische, wirtschaftliche und künstlerische Ereignisse verbunden.Der Besucher sollte nicht vergessen, daB viele Klischeevorstellungen der Stadt einen Ruf gegeben habén, der ihr nicht zukommt. Paris, Stadt der Liebe", Paris, Stadt der Nachtlokale", usw. GewiB, man lebt hier leichter und fröhlicher. Das berühmte ,savoir vivre4 hat bis heute nicht seine Gültigkeit verloren. Doch das Paris abseits der Touristenpfade ist eine GroB-stadt wie viele andere auf der Welt mit oft nicht einfachen Lebensbedingungen.Paris ist eine Stadt, die enormen Reich-tum und immense Armut kennt. Zwi-schen dem Filmstar, der an der Avenue Foch wohnt, und dem Clochard unter der Seine-Brücke, der die Mülltonnen nach Essensresten durchwühlt, stehen Welten. Und dennoch sind beide, Star und Clochard, mit dieser Stadt eng verbunden.Man sollte zu FuB durch die engen Viertel gehen, um die Atmospháre jedes einzel-nen ,Quartiers4 zu spüren. Kaum ein Pariser Stadtteil áhnelt dem anderen. Überall öffnen sich neue Perspektiven: hier die eleganten Wohnháuser mit prachtvollen Fassaden, dort die heruntergekommenen Mietskasernen, die seit Jahrzehnten kei-nen Farbanstrich mehr bekommen habén.