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VORWORT
Osteuropa und Kommunismus sind Synonyme geworden. Ist uns aber, die wir in Europas westlidier Hälfte leben, die östlidie darum entfremdet? Oder weil Osteuropa lange Zeit dem sowjetisdien Maditbereidi einverleibt sdiien? Fremd war es uns jedenfalls geworden, als ob es ein anderer Kontinent wäre. Erleben wir nun die Rüdikehr Osteuropas, da es sidi allmählida aus sowjeti-sdier Umklammerung löst, das kommunistisdie System gleidisam von Tag zu Tag an Substanz verliert und seinen entwidclungsbedingten Charakter immer deutlidier offenbart?
In diesem Budi sind jene sedis Länder behandelt, die seit jeher als Osteuropa im eigentlidien Sinn verstanden wurden: Polen, Ungarn, die Tsdiechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien. Albanien kenne idi leider nicht; überdies ist sein Schicksal so peripher, daß man es wohl auslassen darf. Im Gebiet der sechs Staaten, über 1,1 Millionen Quadratkilometer groß, leben rund 100 Millionen Menschen, davon sind zwei Drittel Slawen. In vieler Hinsicht war diesen Menschen stets ein Schicksal am Rande Europas beschieden, eingeklemmt zwischen den polltischen Großmäditen im Westen, Süden und Osten. — Die deutsche Sowjetzone, die ohne Unterstützung der Sowjetunion als eigener Staatskörper nicht existieren würde, gehört weder der Bevölkerung noch der geschichtlichen Entwicklung nach zu Osteuropa. Der geographische Begriff ist hier enger gefaßt, also ohne das sich über zwei Kontinente erstreckende Rußland.
Jene sechs Länder aber, die den breiten Saum zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer bilden, ein Zwischeneuropa, haben seit dem Ausgang des Mittelalters eine eigenartig passive Geschichte erlebt, die nicht sie gemacht,