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OrvietoDer Besucher, der mit der Bahn oder auf der Autostrada del Sole nach Orvieto kommt, sieht diese Stadt bereits von weitem gleichsam wie einen machtigen Klotz aus einer lieblichen Landschaft mit Feldern und Weinbergen emporragen. Die steilen Felswande, auf denen sich Orvieto kühn erhebt, sind aus vulkanischem Tuff und scheinen die Stadt trutzig zu umschliejien, die wie eine Festung aus der Ebene des Paglia-Flusses herausragt.Orvieto zahlt sicher zu den einzigartigsten und interessantesten Stadten Italiens, bekannt wegen seiner Lage, der etruskischen Funde, des teilweise mittelalterlichen Stadtgefüges und vor allém wegen seines berühmten Domes, einem Juwel gotischer Baukunst. Orvieto ist nach Ansicht verschiedener Historiker vielleicht das einstige "Volsinii veteres", oder auch "Urbisvetus" (alte Stadt), im Gegensatz zum "Volsinii novi", dem nahe gelegenem Bolsena. In römischer Zeit erlebte Orvieto durch seine Keramikarbeiten eine wirtschaftliche Blüte. Zur Zeit der Barbareneinfalle wurde Orvieto von Alarich und Odoaker besetzt. Wittiko wiederum nützte die günstige strategische Lage Orvietos aus und machte aus der Stadt einen Verteidigungsstützpunkt im Kampf gegen die Byzantiner. Belisar eroberte sie jedoch nach hartnackiger Belagerung im Jahre 583; Totila konnte die Stadt zurückerobern und sie dann bis zur endgültigen Niederlage der Goten eine Zeitlang besetzen.Im Jahre 596 wurde Orvieto vom Langobarden Agilulf eingenommen, bekam einen eigenen Bischof und spater 606 auch seine eigenen Grafen. Einer von diesen, Farolfo, gründete im Rahmen der von Kaiser Ottó III. gewollten religiösen Erneuerung gemeinsam mit dem hl. Romuald Abteien und Klöster im Gebiet um Orvieto. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde Orvieto eine freie Gemeinde, Hauser und Türme wurden gebaut. Zahlreiche Vornehme der Grafschaft liejien sich nun hier nieder und errichteten Palazzi. Spater rebellierte die Stadt gegen die papstlichen Statthalter und wurde schliejilich nach langen und heftigen Auseinandersetzungen von Adrián IV. anerkannt.Im Jahr 1137 war Orvieto bereits eine selbstandige Gemeinde und wurde rasch zur guelfischen Festung Mittelitaliens gegen die wiederholten Angriffe ghibellinischer Flüchtlinge und der beiden Hohenstaufenkaiser Friedrich I. und Heinr,ich IV. 1199 ernannte der Papst den Römer Pietro Parenzo zum ersten Bürgermeister (Podestá); dieser wurde spater in den Bürgerkampfen zwischen den Monaldeschi (Guelfen) und den Filippeschi (Ghibellinen) umgebracht. Diese Kampfe dauerten das ganze 13. Jahrhundert an.