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VORWORT
Als wir vor nunmehr zehn Jahren den Plan faßten, das ORNAMENTWERK von H.Th. Bessert, dessen erster Teil den Titel „Das Ornamentwerk" und dessen zweiter Teil den Titel „Volkskunst inEuropa" trug, neu aufzulegen, glaubten wir dies nur dadurch tun zu können, daß wir diese beiden umfänglichen und teuren Werke in Teilbände auflösten, um sie so zu einem erschwinglichen Preis anbieten zu können, damit sie denen zugänglich wurden, die diese Sammlung vorbildlicher Ornamente für die Praxis künstlerischer Arbeit benötigten. Denn obgleich die Art der Darbietung der Ornamente an den Gegenständen und vor allem die Herkunft der gezeigten Werke, die in der Hauptsache den Kunstäußerungen der Völker entstammten, die man mit der nötigen Einschränkung generell als Volkskunst bezeichnen dürfte, allgemein überzeugend und fesselnd war und keineswegs nur die interessierten, die praktische Anregungen für ihre Arbeit brauchten, so ging doch der Plan des ganzen Unternehmens zunächst von dem Vorsatz aus, ein für die Praxis nützliches Ornamentwerk zu schaffen, eine Art Enzyklopädie des ornamentalen Schmucks und der Farbkomposition, die die veralteten Werke des vergangenen Jahrhunderts, die dem modernen Künstler keine Hilfe mehr sein konnten, ersetzen sollte.
Die Teilung des ORNAMENTWERKES in kleinere Einzelbände hat sich bewährt, und die Zustimmung, die sie fanden, bestätigte zugleich, daß dies Werk nach wie vor sowohl als eine schöne als auch eine praktische und nützliche Buchfolge empfunden worden ist. Im Taufe der Jahre erschienen bisher vier Bände. Zwei unter dem Titel „Ornamente der Volkskunst" und ,,Ornamente der Volkskunst, Neue Folge", von denen der erste Band 40 und der zweite Band 48 Tafeln enthielt, und zwei Bände unter dem Titel „Ornamente der Völker" und „Ornamente der Völker, Neue Folge", die jeweils 40 Tafeln enthielten. Jeder dieser Bände war und ist in sich abgeschlossen, so daß die Ergänzung jedes Bandes durch die anderen Bände dem Benutzer freigestellt blieb. Keine Subskription übte einen Zwang auf den Bezieher aus, und trotzdem haben immer mehr die ganze Folge der Bände erworben, denn jeder Teilband verlockte ganz natürlich zum Besitz der anderen. Keiner der Einzelbände wurde, wie es sonst meist geschieht, vorgezogen, sie erwiesen sich als gleichwertig und gleich nützlich, so jedenfalls müssen wir die Tatsache deuten, daß sich die Nachfrage nach dem Werk gleichmäßig auf alle vier Teilbände verteilt hat.
Für uns aber bestand die Aufgabe, das ganze Material des alten ORNAMENTWERKES, d.h. der beiden umfänglichen Veröffentlichungen, wieder zugänglich zu machen, also auch jene Tafeln, die aus äußeren Gründen, die sich aus der notwendigen Beschränkung der Bände ergaben, bisher nicht gezeigt werden konnten. Aber nicht nur wir selbst empfanden den Wunsch, das ganze Werk einmal wieder zugängUch zu wissen, häufig erreichten uns Mitteilungen von Freunden dieses Werkes, die die bisher nicht erschienenen Tafeln, und zwar vor allem jene, die Beispiele der Volkskunst zeigten, die seinerzeit im ersten Band, dem „Ornamentwerk" enthalten waren, entbehrten und den Wunsch