Bővebb ismertető
Vorwort zur deutschen Ausgabe
Wie aktuell ist »Ödipus' Schwester«, zehn Jahre nach dem Erscheinen des Buches in Frankreich? Welche Wirkung kann es auf heutige Leserinnen und Leser haben? Das ist eine berechtigte Frage in einer Zeit, in der in einem fort beteuert wird, der Feminismus sei überholt, in der mit verdächtigem Eifer behauptet wird, alle Probleme seien gelöst, völlige Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen erreicht.
Im Jahre 1975 war das Klima für feministische Aussagen, Aufsätze und Romane günstig - ein ziemlich seltenes Faktum. Es handelte sich um das Internationale Jahr der Frau, und der UNO, der Presse und den Frauenvereinigungen zuliebe gehörte es zum guten Ton, sich mit der Frauenfrage zu beschäftigen. Die meisten Verlage beeilten sich plötzlich, Frauenreihen herauszubringen, die sich mit spezifisch weiblichen Themen beschäftigten: Man versprach sich Profit davon.
Für eine kurze Zeit entgingen Frauenbücher der Ironie, der Feindseligkeit und der Herablassung, die Kritiker normalerweise an den Tag legen, wenn es sich um das handelt, was sie bis dahin »Werke von Damen« genannt hatten. Kurz, in den 70er Jahren war Feminismus in Mode. Er verkaufte sich gut.
Im Gegensatz dazu ist in den 80er Jahren eine antifeministische Strömung entstanden, und sie breitet sich aus. Wie so oft, scheint sich die öffentliche Meinung nach einem ausgleichenden Pendel auszurichten: Nachdem 1968 die soziale und familiäre Ordnung attackiert worden war, nachdem neue Beziehungen zwischen den Geschlechtem und neue Freiheiten zugelassen worden waren, trat die Gesellschaft erschreckt den Rückzug an - hin zu den traditionellen Werten. Und wie die Frauen die ersten Opfer ökonomischer Krisen sind, die ersten, die bei Arbeitslosigkeit entlassen werden, so sind sie auch die ersten, die bei einer
I
I
I
.1;
,u i- i' ;
Vr,/.,