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Vorwort
Nicht nur Madame Curie - erhielt einen Nobelpreis, sie hat zweiundzwanzig Nachfolgerinnen. Aber nur wenige wurden oder blieben so bekannt wie die französische Physikerin, die als erste Frau mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde und ihn gleich zweimal erhielt, 1903 und 1911. Bis heute gingen zweiundzwanzig Nobelpreise - das sind umgerechnet 4 Prozent - an Frauen. Die »Nobel-Frauen« sind eine Minderheit geblieben, und das ist kein Zufall.
Was besonders die Naturwissenschaftlerinnen, aber auch die Schriftstellerinnen und Friedenskämpferinnen erleben mußten, war nicht selten »eine Verschwörung der Entmutigung«. Die Nobelpreisträgerinnen schafften es trotzdem. Die dreizehn für dieses Buch nachgezeichneten Lebenswege gehen dem Warum nach, spüren Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf. Es sind Lehrstücke über das Frauenleben am Ende des 19. und in diesem, dem 20. Jahrhundert. Nicht nur Marie Curie - mußte noch für ihre Ausbildung kämpfen. Auch die Frauen, die nach ihr kamen, hatten noch lange nicht das gleiche Recht auf Bildung wie die Männer. Viele konnten das Abitur nur in Privatkursen erlangen. Als Alfred Nobel im Jahre 1895, ein Jahr vor seinem Tode, ein Testament machte und die Nobelpreise ins Leben rief, durften Frauen in Deutschland noch nicht auf die Universitäten. Als im Jahre 1901 zum ersten Mal die Preise verliehen wurden, die aus dem Privatvermögen Alfred Nobels finanziert werden, engten immer noch gesellschaftliche Schranken und persönliche Vorurteile wißbegierige und begabte Frauen ein. Doch im ersten Viertel dieses Jahrhunderts öffneten sich die Universitäten allmählich für Studentinnen, 1921 konnten Frauen in Deutschland zum ersten Mal den Professorentitel erwerben. Langsam eroberten sie sich alle gesellschafthchen Bereiche. Das machte die 4 Prozent Nobelpreisträgerinnen erst möglich und erklärt sie auch.
Nicht nur Madame Curie - hatte eine wichtige Vorbildfunktion