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PROLOG Wilhelm von Longchamps gewidmet
Nimm, Wilhelm, das schmächtige Werk des alten Nigellus
entgegen.
Mit wenig witzigem Stil hat er es kürzlich vollbracht. Dir schick ich diese bescheidenen Verse, voll Neuem, zum Lesen, Sie sind von meinem Geist Hälfte, ja mächtigstes Stück. 5 Mag auch das Äußere dir nicht angemessen erscheinen Und der Inhalt zu roh, wenig beredt auch das Wort, Der eifrige Leser kann doch aus den Zeilen gar vieles sich
pflücken.
Was zu den Sinnen ihm spricht, was auch den Studien dient. Nicht den Klang des Wortes, vielmehr was der Sinn uns
entbietet,
IG Der in das Wort gepflanzt, das bewahre man fest!
Wer sagt denn, daß man aus Possen zuweilen verschiedenes
Vorbild
Nicht zu holen vermag, Ernstes nicht auslesen kann? Großes Geheimnis liegt oft in kleiner Geschichte begraben. Billiges Außen umschließt häufig gar kostbaren Wert. 15 Was auch immer die Schrift an sittlichen Beispielen einschenkt. Uns zu lehren, das hat wahrlich Anspruch auf Raum.
Oftmals wundre ich mich, gedenk ich verflossener Zeiten,
Wie jene für mich und für dich sollen beachtenswert sein. Mit der Vergangenheit scheint mir die Gegenwart gar nichts
gemeinsam,
20 Denn ein jegliches Haupt wandelt zum Schwänze sich um. Aus der Nacht wird der Tag, aus hellem Lichte das Dunkel,
Weise gilt heute der Tor, aber der Weise ein Nichts; Cato wird stumpfen Sinns, es verliert der gewandte Odysseus Seine Stimme, es hat ständigen Wechsel die Luft. 2) Klüger als Cato jedoch, beschlagener ist als Odysseus,
Wer sich erst sprachlos gezeigt, ohne Können und Geist.