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Das Buch In der Bibel wird Maria, die Mutter Jesu, nur sehr selten erwáhnt, und vielleicht war gerade deshalb keine Gestalt des Neuen Testaments einer so weitgehenden Mythologisierung und Legendenbildung ausgesetzt wie sie. Um so faszinierender wirkt Schalom Ben-Chorins Versuch, die Persönlichkeit der historischen Mutter Mirjam zu rekonstruieren, einer jüdischen Frau aus der Zeit des Herodianischen Tempels. Wo feste geschichtliche Daten fehlen, erschlieík er diese durch Hinweise auf Gesetz und Brauch, Folklore und Tradition, wie sie uns die jüdische Literatur aus der Zeit des Neuen Testaments überliefert hat. Die so gewonnenen Erkenntnisse schliefíen sich zu einem Marienbild von hoher Glaubwürdigkeit zusammen, wie es in der bisherigen, so umfangreichen christlichen Literatur nicht anzutreffen ist. Mit dem Band >Mutter Mirjam< beendet der Verfasser eine Trilogie, die er >Die Heimkehr< genannt hat: die Heimkehr der tragenden Gestalten des Neuen Testaments - Jesus, Paulus und Maria - in das Judentum, dem sie entstammen. Der Autor Schalom Ben-Chorin wurde 1913 in München geboren und studierte dort Literaturgeschichte und vergleichende Religionswissenschaft. Nach mehrfachen Verhaftungen durch die Gestapo emigrierte er 1935 nach Jerusalem. Als Dichter und theologischer Denker gehört Ben-Chorin zu den mafígebenden Vorkámpfern eines besseren Verháltnisses zwischen Juden und Christen, zwischen Israelis und Deutschen. Für sein Wirken im Dienste der Wissenschaft und der Völkerverstándigung wurden ihm viele hohe Auszeichnungen verliehen, unter anderem der Leo-Baeck-Preis (1959), die Buber-Rosenzweig-Medaille (1982), das Grofíe Bundesverdienstkreuz (1983) und der Bayerische Verdienstorden (1986). Die Landesregierung von Baden-Württemberg verlieh Schalom Ben-Chorin 1986 den Professorentitel, und 1988 erhielt er von der Universitát München die Ehrendoktorwürde.