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I
GUNTHERMANN
oder
DER WEG ZURÜCK
Am Ende eines Märztages, der sich lau und beseligt in rauchig-blaßviolettem Licht auflösen wollte, stand ich wieder vor dem Hause, in dem ich so viele Jahre begraben gewesen war.
Als ich es einst verließ — und ich konnte mir zu dieser Stunde kaum vorstellen, wie und wann dies geschehen war —, da hatte ich kaum gemerkt, daß dieses Haus eigentlich ein Schloß war, vornehm zurückgezogen hinter einem ebenso edel gewachsenen wie gestalteten Park, aber wiederum nicht so feudal, daß es nicht mit seiner barocken Fassade und dem leuchtenden First durch diese oder jene Baumgruppe und über einen Wall von Rhododendron hinweg voll heiterer Zutraulichkeit, geradezu mit zwinkernder Anmut, an der Straße und dem vorüberflutenden Verkehr teilgenommen hätte.
Leute mußten es einmal gebaut haben, die nicht nur in ihr eigenes Dasein, sondern in das Leben überhaupt überschwenglich verliebt gewesen waren.
Ich wäre bei diesem Anblick stehengeblieben, auch wenn ich mich nicht gerade vor dem Portal befunden hätte. So weich und warm die frühlingshafte Luft war, ich zitterte vor Kälte, und ich glaubte auch, Tränen in den Augen zu haben.
Das war natürlich Unsinn. Jemand wie ich konnte ebensowenig weinen wie lachen. Einbilden konnte er es sich, gerade noch einbilden
Ein Fetzen jenes herrlichen, jenes geliebten und verfluchten Liedes, das ich vergessen mußte, wehte wieder heran und war, wie immer, durch nichts zu zertrampeln und zum Schweigen zu bringen:
„ . und ich geh' mit einer, die mich liebhat, in den Frieden dieses weißen Hauses, der voll Schönheit wartet "
Ich wollte lachen, aber ich konnte es nicht. Ich starrte ins Leere und würgte nach Atemluft — ein ratloser, ein hilfloser Golem.
Doch denken konnte ich noch.
Friede, der voll Schönheit wartet! Herrgott, was dort hinten in dem Hause wartete, das war nur das Grauen.
Ich merkte, daß ich auf ein Schild am Eingang stierte. Es war ein sehr stilvolles Gebilde aus Bronze oder Messing und besagte,