Bővebb ismertető
Vorwort
Klaus Albrecht Schröder
Das Jahr 2000 war für die Albertina ein Wende-pimit in ihrer Geschichte, die auf eine mehr als 200-jährige Vergangenheit zurückblickt. Das Museum befand sich damals in einer schweren Krise. Ein fundamentaler Kurswechsel war unausweichlich, sollte der Bestand des Hauses gesichert, die Sammlung wiederbelebt und dem Besucher in relevanter Weise zugänglich gemacht werden. Sichtbarer Ausdruck der tiefgreifenden Neupositionierung waren die mit jahrzehntelanger Verspätung in Angriff genommene „Generalsanierung" der Albertina, der Bau eines viergeschoßigen Studiengebäudes und Conservation Centers, die Errichtung moderner unterirdischer Depots für über eine Million Kunstwerke und die Renovierung des klassizistischen Palais. Die Albertina wurde durch die weitreichenden Umbauten und groß-teils unterirdischen Erweiterungen von 2.500 auf 20.000 Quadratmeter ein Museum, das zutiefst in unserer Gegenwart verankert ist. Dank eines außerordentlich ambitionierten Ausstellungsprogramms haben seit der Wiedereröffnung jährlich Hunderttausende Menschen die Albertina besucht.
Im Jahr 2007 haben Rita und Herbert Batliner ihre wertvolle, in eine Stiftung eingebrachte Kunstsammlung mit über 300 Gemälden von Monet über Picasso, Matisse und Modigliani, Neide, Kirchner, Maiewitsch und Giaconietti bis hin zu
Bacon, Katz, Baselitz und Kiefer als Vermächtnis einer jahrzehntelangen und von höchstem Kenner-tum gekennzeichneten Sammlerleidenschaft der Albertina übergeben. Die kapitale Sammlung von Rita und Herbert Batliner ist in den letzten fünfzig Jahren entstanden, wobei sich ihr Schwerpunkt zunehmend von den Meistern der klassischen Moderne auf die Kunst der Gegenwart verlagert hat. Mit der Übergabe der Privatsammlung an die Albertina wurde das Profil dieses Museums noch einmal nachhaltig verändert. Bereits mit der neuen Präsentationsdoktrin der gesamtheitlichen Betrachtung von Kunst hat die Albertina der Isolierung der Zeichnung und Druckgrafik entgegengewirkt und einem universalen Deutungsanspruch der Kunstgeschichte ebenso Rechnung getragen wie dem seit den 1960er-Jahren erweiterten Kunstbegriff Aber erst mit der Etablierung der neuen Schausammlung ist die programmatische Darstellung der unteilbaren Einheit des Künstlerischen auch in den Sammlungen der Albertina manifest geworden.