Bővebb ismertető
Vorwort
Erwähnen Sie gegenüber einer Gruppe von Fachkundigen den Namen Miklós Horthy und mit Sicherheit folgt prompt als Reaktion: „Ach ja, der Admirai ohne Flotte " Schon in der Zwischenkriegszeit machten sich Kenner der politischen Szene über den Regenten im Königreich ohne König, den Admirai ohne Flotte im Land ohne Küste lustig. Im Laufe der Zeit und durch ihre häufige Wiederholung verlieren geistreiche Witze wie dieser bestimmt an Schärfe. In der Tat ist er jedoch bezeichnend für die zahlreichen Paradoxa und Ironien, die Admirai Horthys Laufbahn charakterisieren.
Zu diesen Ironien zählt wohl auch der Umstand, dass Miklós Horthy in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als treuer Marineoffizier der österrei-chisch-ungarischen Monarchie zu Rang und Namen kommen sollte, obwohl er einer jener calvinistischen Familien von niederem Adel entstammte, die den katholischen Habsburgern traditionell feindlich gesinnt waren. Horthy erwies sich nicht nur als treuer Aide-de-camp, als Adjutant des ehrwürdigen Kaisers Franz Joseph. Während des Ersten Weltkrieges vermochte er Thronfolger Karl so sehr zu beeindrucken, dass ihn dieser - trotz Horthys Herkunft aus einem Binnenstaat - zum Oberbefehlshaber der österreichisch-ungarischen Flotte ernannte. Dieses Amt hatte Horthy freilich nur kurze Zeit inne: Bald war der Krieg zu Ende, das Habsburgerreich zerbrach und die Flotte musste an den neuen SHS-Staat, das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen,' übergeben werden. Zutiefst verbittert und vom unvorhersehbaren Lauf der Dinge enttäuscht gelobte Horthy, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Habsburgermonarchie auf ihren rechtmäßigen Platz im Donauraum zurückzuführen. Doch die Ereignisse überschlugen sich und schon drei Jahre später vereitelte ausgerechnet Miklós Horthy zwei Versuche Karls, auf den ungarischen Thron zurückzukehren.
Als Admirai Horthy im November 1918 nach Ungarn heimkam, schien er ein Fremder geworden zu sein. So lange war er der Heimat fern gewesen, dass sich ungeachtet seines bemerkenswerten Talents für Fremdsprachen ein ausgeprägter deut-