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Nicht jeden Tag schwimmt ein Wal vorbei
Wie dieses Lexikon entstanden ist
Dieses Lexikon ist für dich. Sicher fällt dir daran einiges auf. Warum wir dieses Lexikon so gemacht haben und wie es entstanden ist, möchte ich dir erzählen:
Ich schreibe Geschichten vor allem für Kinder und Jugendliche. Sehr gerne denke ich mir Bilderbücher aus und arbeite mit Grafikern daran. Auch Drehbücher fürs Fernsehen, Rundfunksendungen und ein Theaterstück habe ich geschrieben. Ein Lexikon wollte ich eigentlich nie schreiben. Warum ich es doch gemacht habe? Das kam so: An einem Sonntag habe ich in einer Buchhandlung aus meinen Geschichten vorgelesen. Unter den Zuhörern war auch Helmut Benze. Der plant in Meyers Jugendbuchverlag Bücher und sorgt mit Autoren, Grafikern und vielen anderen dafür, daß aus Plänen auch interessante und schöne Bücher werden. Diesen Beruf nennt man übrigens Lektor. Seine Kollegen und er hatten schon viele Kinder gefragt, wie sie sich ein Lexikon wünschen. Die meisten hatten gesagt, sie wollten Erzähl-Erklärungen und bunte Bilder. Erzähl-Erklärungen sind Lexikongeschichten, in denen nicht nur beschrieben wird, wie ein Ding funktioniert. Darin wird oft auch in einer kleinen Geschichte erzählt, wie jemand damit umgeht oder davon spricht.
Dem Lektorat von Meyers Jugendbuchverlag gefallen meine Geschichten. Deswegen wurde ich gefragt, ob ich dieses Lexikon schreiben wollte. Ich hatte Lust, es zu versuchen. Wir nah-
men uns vor: Unsere Lexikongeschichten sollten gut zu verstehen sein, sollten informieren und Spaß machen. Schon begannen wir zu planen. Wir sprachen mit Kindern und auch mit Eltern und Lehrern, was in so einem Lexikon stehen sollte. Wir schauten uns andere Lexika, Schulbücher und Sprachbücher an. Dabei stellten wir fest, daß darin einiges fehlt. Begriffe wie .Alter', .Freund', .streicheln' oder auch .Toilette' wurden nur selten behandelt. Und wir finden auch die wichtig.
Immer wieder fragten wir uns, was Kinder wissen wollen und erfahren sollten. Und immer wieder probierte ich aus, wie man etwas am besten erklären kann. Oft überlegten wir: Ist das wichtiger oder das? Verwendet man dieses oder jenes Beispiel, um etwas zu erklären? Wenn ein Begriff mehrere Bedeutungen hat, fragten wir uns, welche sollten wir aufnehmen? Ich habe schnell gemerkt, daß ich am liebsten dreimal so viel geschrieben hätte. Aber dann hieß es: Das paßt nicht mehr auf die Seite. Oder es hieß: Das Buch wird zu dick und damit zu teuer. Auch aus solchen Gründen ist das Lexikon so geworden wie es ist.
Dieses Lexikon kann man vorlesen und selbst lesen, anschauen und anderen zeigen. Es soll zum Miteinandersprechen, zum Nachdenken, zum Fragen und zum ,Sich-weiter-informieren-wollen' anregen.
„Woher weißt du das eigentlich alles, was du in diesem Lexikon erzählst?" hat mich mal jemand gefragt. Einiges weiß ich sicher. Aber bestimmt nicht alles. Es schwimmt zum Beispiel nicht jeden Tag ein Wal an meinem Zimmer vorbei. Trotzdem steht in der Lexikongeschichte ,Wal' (Seite 288), wie lang dieses Säugetier ist. Messen konnte ich