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VORWORT
Die Stuttgarter Gemeinschaft „Arzt und Seelsorger" hat mit dem XIII. Band der Kongreßberichte ein hochaktuelles Thema aufgegriffen. Mit Bedauern muß festgestellt werden, daß, im ganzen gesehen, weder Ärzte noch Theologen sich der Auswirkungen der „zweiten industriellen Revolution" durch die Automatisierung der Wirtschaft bewußt sind. Wir lassen uns von der Entwicklung treiben wie vor hundert Jahren, als die „erste industrielle Revolution" mit den kulturellen, politischen und sozialen Umwälzungen über uns hereinbrach. Mit Sicherheit ist zu erwarten, daß sich das Lebensgefühl, die Grundbefindlichkeit des Menschen durch die automatisierte Arbeitswelt in Richtung einer zunehmenden Selbstentfremdung fundamental ändern werden. Die Folgen für Gesundheit und ethisdi-religiöse Verfassung sind unabsehbar.
Wie bei früheren Tagungen haben wir außer Theologen beider Konfessionen und psychosomatisch orientierten Ärzten Vertreter von Arbeitsgebieten zur Mitarbeit gewonnen, die für das spezielle Thema zuständig sind: Ingenieure, Nationalökonomen und Betriebspsychologen.
Die vielen inzwischen von anderen Organisationen veranstalteten Tagungen über Automation haben sich fast aussdiließlich mit der sozialen Auswirkung, insbesondere mit dem Problem der Arbeitslosigkeit, der Umschulung und der Ausbildungsreform befaßt. Berufe, die sich die Betreuung von Menschen zur Aufgabe gestellt haben, vor allem Ärzte und Seelsorger, müssen sich darüber hinaus mit den tiefgreifenden und bedrohlichen Auswirkungen auf den ganzen Mensdien, auf Geist, Seele und Körper, beschäftigen. Aus diesem Grunde haben wir die Selbstentfremdung als Folge der technischen Arbeitswelt der Selbstverwirklichung gegenübergestellt.
Wenn wir mit diesem Tagungsbericht den verantwortlichen Kreisen über die schicksalhafte Entwicklung die Augen öffnen, ist der Zweck unserer Arbeit erfüllt.
Wiederholungen und Überschneidungen sind unvermeidbar, zumal in bezug auf den Begriff der Selbstentfremdung. Sie erscheinen uns