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Intermezzo
Im dritten Kriegsfrühjahr spricht das Schicksal sein Urteil. Die Würfel sind gefallen. Das Zünglein an der Waage schlägt nach der anderen Seite aus. hl den Vereinigten Staaten werden gewaltige Mengen RohstofFin Kampfmittel umgewandelt. Rußland fängt sich; man wird es in Staüngrad sehen. Den Engländern gelingt es, in Ägypten wieder Fuß zu fassen. Das Kämpfende Frankreich wächst drinnen und draußen. Der Widerstand der unterdrückten Völker, vor allem der Polen, der Jugoslawen, der Griechen, gewinnt mihtärischen Wert. Während die Anstrengungen Deutschlands ihre Grenzen erreicht haben, in Italien die Moral verfällt, die Ungarn, Rumänen, Bulgaren und Finnen ihre letzten Illusionen verlieren, während Spanien und die Türkei sich in ihre Neutralität verkapseln, im Pazifik der Vormarsch Japans gebremst und die Verteidigung Chinas gestärkt wird, deutet alles darauf hin, daß die Alliierten schlagen werden, anstatt Schläge hinzunehmen. Im Westen bereitet sich eine Aktion von bedeutender Tragweite vor.
Ich sehe dieses Unternehmen heranreifen. Ziemlich allein inmitten von Partnern mit großer Gefolgschaft, ein Armer unter Reichen, wiege ich mich zwar in Hoffnung, bin aber auch von Sorge erfüllt. Denn im Mittelpunkt der Operation wird auf jeden Fall Frankreich stehen. Für Frankreich geht es nicht nur um die Vertreibung des Feindes aus seinem Territorium, sondern um seine Zukunft als Nation und Staat. Wenn es bis zum Ende darniederHegt, dann ist es um seinen Glauben an sich selbst und mithin um seine Unabhängigkeit geschehen. Es wird unversehens aus dem »Schweigen des Meeres« in endgültige Ohnmacht gleiten, aus der vom Feinde auferlegten Knechtschaft in die Abhängigkeit von den Alliierten. Nichts ist dagegen verloren, wenn es sich in wiedergewonnener Einheit erneut einreiht. Diesmal kann noch die Zukunft gerettet werden, vorausgesetzt, daß Frankreich am Ende des Dramas kriegführende Macht und wieder um eine einzige Regierung versammelt ist.
Um welche? Gewiß nicht um das Vichy-Regime. In den Augen des Volkes und der Welt verkörpert es die Hinnahme des Desasters. Was sich auch immer zur Erklärung seines Fehlers anfuhren läßt, dieser ist so groß, daß der Dämon der Verzweiflung es nötigen wird, an ihm festzuhalten. Zweifellos körmte die eine oder andere seiner führenden Persönlichkeiten, indem sie sich von ihm distanziert, vorübergehend eine Rolle spielen. Aber in dieser späten Reue würde niemand etwas