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Geleitwort
Nicht die Schuldgefühle, die anläßlich des 50. Todesjahres von Béla Bartók überall in der Welt wach werden, sind der Hauptgrund für das Maß an Beachtung, welches man dem größten Komponisten Ungarns und der Aufführung seiner Werke jetzt zukommen läßt - zu Lebzeiten ist ihm nicht ein Bruchteil dessen zuteil geworden! Doch ohne Zweifel hat der ausbrechende Mitteilungsdrang all jener, die in irgendeinem persönlichen Kontakt zu Bartók standen, dem Vorschub geleistet, bis auf den heutigen Tag.
Zahllose, manchmal widersprüchliche Erinnerungen helfen den Forschern bei ihrer Arbeit, zeichnen ein zunehmend schärferes Bild des Menschen und Komponisten, lassen die Unanfechtbarkeit der Bartókschen Wahrheit immer offenbarer werden. Auch wenn wir doppelt so viel wüßten, wäre es wenig angesichts einer künstlerischen Erscheinung von solcher Größe.
Daß es die Fakten sind, die uns für immer daran hindern, die Wahrheit zu erkennen, dieser häufig zitierte Satz kommt uns jedesmal in den Sinn, wenn wir mit greifbaren Episoden, heute noch faßbaren Spuren von Bar-tóks Leben in Berührung kommen. Die physische Greifbarkeit der Rechnungen, der Briefe, der Gegenstände des persönlichen Gebrauchs kann uns nur armselige Anhaltspunkte bieten über die Quelle, der die Poesie des Blaubarts entstammt, die Urkraft des „5. Streichquartetts", die Weisheit des „3. Klavierkonzerts". Wir sehnen uns nach einer Annäherung anderer Art.