Bővebb ismertető
Vorwort.
Der Titel „Medizinische Poliklinik" besagt schon, daß das vorliegende Buch
kein Ersatz für ein Lehrbuch der üblichen Art sein soll. Es ist also keine systematisch geschlossene Darstellung der Inneren Medizin. Dafür bringt es Vieles aus der Sprechstundenpraxis, das nicht in den Lehrbüchern zu finden ist. Auf nebensächliche Einzelheiten wird nur hie und da eingegangen, damit der Überblick über die großen Zusammenhänge gewahrt bleibt. Deshalb wurde besonderer AVert auf die Behandlung der großen Korrelationssysteme, Endokrinium, Blutkreislauf und Nervensystem, gelegt. Besonders beachtet sind die Einflüsse der Konstitution und der Umwelt, die zur Erkrankung führen.
Die Einzelfälle sind bis auf wenige Ausnahmen selbst beobachtet und aus dem Leben gegriffen; sie werden so dargestellt, wie sie dem Praktiker in der Sprechstunde oder beim Besuch entgegentreten. Besonderer Wert wurde auf breite Darstellung der ,,banalen" Krankheiten gelegt, denn sie treten dem Arzt in der Sprechstunde immer wieder gegenüber, und nicht die sogeiiannten „interessanten Fälle". Die ,,banalen" Krankheiten sind in Wirklichkeit die interessantesten; gerade über Erkältung, Rheumatismus, Magengeschwür wissen wir am wenigsten. Wenn trotzdem auch manche seltene Krankheiten eingehender besprochen sind, etwa bestimmte Nervenkrankheiten, dann deshalb, um bestimmte Vorgänge zu klären, die für das Verständnis gewisser Gruppen von Leiden und der allgemeinen Zusammenhänge wichtig sind.
Ich habe mich bemüht, medizinische Modeströmungen möglichst wenig mitzumachen. Besonderer Wert wird auf die allereinfachsten und billigsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren gelegt; jedoch werden Hin^veise auf die schwierigeren Verfahren gegeben, soweit sie heute unentbehrlich sind, unter kritischer Würdigung ihres wahren Wertes. Der Arzt soll lernen, auf was er zuerst achten muß, wenn er den Kranken sieht, damit er überhaupt an eine bestimmte Krankheit denkt und dann die nötigen Schritte einleitet.
Wichtig ist es, "die Grenzen der Yerfahren zu erkennen. Röntgenuntersuchung, Laboratorium und Elektrokardiogramm sollen nach Möglichkeit nur zur Bestätigung der Diagnose dienen, sie dürfen niemals die ärztliche Kunst ersetzen, können allerdings manchmal auch allein die richtige Diagnose ermöglichen.
Laboratoriumsmethoden werden im allgemeinen nur erwähnt, ohne ihre genaue Ausführung zu beschreiben. Dafür gibt es genügend Spezialbücher. Nur besondere neue Verfahren werden näher beschrieben.
Bei der Diagnostik sollen wir immer daran denken, daß sie nicht Selbstzweck ist, sondern uns die besten Wege zum therapeutischen Eingreifen und damit zur Heilung weisen soll.