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Vorwort
Der Semantiker Anatol Rapopoit hat auf zwei Nachsilben in unserer Sprache hingewiesen, die auf abgesdilossenes Wissen zielen, auf die, wie er sagt, ehrwürdige »-ologie« und die energisdie »-ik«. Ehrwürdig und energisch sind gewiß ein ungleiches Paar; aber ob »-ik« immer »eine Methode des Angriffs auf Lebensprobleme vermuten« läßt, weiß idi nicht so recht.
Das Fach, das ich vertrete, heißt Publizistik, nicht Publi-cologie, und insofern die Rhetorik, die wiederum aus der Dialektik stammt, als die Ururgroßmutter der Publizistik bezeichnet werden kann, hat es mit dem Angriff auf Lebensprobleme wohl seine Ordnung. Indessen stellte schon die angreiferisdie Brauchbarkeit von Rhetorik Fragen nadi dem Sinn des Unternehmens, nämlich nach seiner Einordnung in größere Zusammenhänge, die nicht weniger Lebensprobleme sind, aber gerade durch die energische Attitüde des Zugrei-fens verdrängt werden.
Besonders deutlich wird dieser Verdrängungsvorgang heute in einem Arbeitsbereich der Publizistik, dem hoher praktischer Wert zugesprochen wird, in der Medienforschung. Was man mit Medien machen kann, wie man mit Medien Geld verdient, Wähler an die Urnen treibt, Bewußtsein bildet - das sind gewiß Methoden des Angriffs auf Lebensprobleme; aber sie schaffen ständig neue, und die neuen sind nidit weniger schwierig als die alten, insbesondere deshalb nicht, weil sie mit immer raffinierteren Techniken zustande kommen.
Dieser Stand der Dinge hat midi veranlaßt, Detailuntersuchungen und Methoden, die augenblickliches Interesse ha-