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Unsere Preßburger Glaubensgenossen durften sich fast zu jeder Zeit nicht nur ihrer hervorragenden gelehrten Rabbiner, sondern auch ihrer bedeutenden und tüchtigen Aerzte rühmen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts übte unter ihnen ein gewisser Zacharias seinen ärztlichen Beruf aus. Seine Heilerfolge und Verdienste waren so groß, daß er behufs ärztlicher Behandlung sogar an den Ofner königlichen Hof berufen und vom Tragen des Judenabzeichens befreit wurde. Gleichzeitig mit ihm wirkte in Preßburg auch ein berühmter jüdischer Augenarzt, namens Michael.Im 18. Jahrhundert, nach der Wiederansiedlung der Juden auf dem Zuckermantl und Schloßberg, zu einer Zeit also, in der es im ganzen weiten Ungarlande nur praktisch .'gebildete jüdische Wundärzte und Geburtshelfer gab, hatte Preßburg schon auch theoretisch geschulte Aerzte. welche an Universitäten regelrechte medizinische Studien absolvierten und dort rite auch ihr Doktordiplom erhielten.In diesem Jahrhundert wirkten unter den Preßburger Juden und auch unter Andersgläubigen folgende jüdische Doktoren: Dr. Josef Stella (1711 bis 1714), Dr. Markus M e n z e r (1722). Dr. Michael Hirsche! (1734), Dr. Israel Val marin (1750) und Dr. Bernhard Samuel Oppenheim er (1786).*)Stella und Valmarin stammten aus Italien und erhielten an dortigen Universitäten ihre Doktordiplome; Hirschel und Oppenheimer waren Preßburger Abstammung; erster er promovierte in Halle, letzterer in Utrecht. In Oesterreich-Ungarn wurden Juden erst unter Kaiser Josef II. zu Universdtäts-studien zugelassen.Von dem Lebensgang dieser zwei, aus Preßburger Familien hervorgegangenen und schon zeit-*) Lalkos, A vära>di asidosäig törtdnete. Püchler Alex., Oesterr. Wochenschrift 1918, S. 310 bis 313: Waohstedn, Wiener Grabinschriften II, S. 101.1