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Vorwort Maria Stuart, Königin von Schottland, gehört zu den fesselndsten Gestalten der Geschichte. Ihr Schicksal wurde Gegenstand zahlreicher Werke großer Schriftsteller. Unentschlossenheit und Starrsinn, Ängstlichkeit und Stolz prägten Marias zwiespältiges Wesen, das sie nicht immer mit der Rolle zu vereinbaren vermochte, die ihr zugedacht war. In einem kleinen, ruhigen Land hätte sie vielleicht unangefochten und glücklich regieren können, frei von den Streitigkeiten zwischen den Herrscherhäusern Schottlands und Englands und frei von Machtkämpfen. Doch sie lebte in einer Zeit politischer Unruhen, die durch die Religionskämpfe zwischen Katholiken und Protestanten noch verschärft wurden. Als sie im Jahre 1561 den schottischen Thron bestieg, war Maria noch nicht zwanzig Jahre alt, aber sie war schon Witwe des französischen Königs Franz II., mit dem sie in Frankreich erzogen worden war. Ihr größtes Unglück, nämlich den Zwist mit der englischen Königin Elisabeth, hätte sie abwenden können, wenn sie einen Mann geheiratet hätte, der ihrer Widersacherin angenehm gewesen wäre. Stattdessen heiratete sie Lord Darnley, der aus der Sicht des protestantischen Adels mit einem unübersehbaren Makel behaftet war. Er war nicht nur ein oberflächlicher und leichtsinniger Mensch, sondern, viel schlimmer noch, der Anführer der katholischen Engländer. Doch bald zerbrach diese Verbindung. Danach schenkte Maria zuerst ihrem italienischen Sekretär, David Riccio. ihre Gunst, der bei einer von Darnley angezettelten Verschwörung ums Leben kam. Dann heiratete sie. schon kurz nachdem er ihren Gatten ermordet hatte. Graf Bothwell, der später selbst auf rätselhafte Weise starb. Angesichts all dieser anstößigen Ereignisse vereinigten sich die schottischen Adeligen gegen Maria, die mit ihren Streitkräften der Übermacht unterlag. Sie selbst wurde in das finstere Verlies des Schlosses Lochleven eingesperrt. Nachdem ihr die Flucht gelungen war, wagte sie einen Angriff, der jedoch fehlschlug. In äußerster Not suchte sie Schutz bei ihrer Rivalin Elisabeth von England, die sie, wenn auch widerwillig, aufnahm. Hier hätte sie ein ruhiges Leben führen können. Doch sie war unzufrieden. Bald sah sie sich in eine Verschwörung der Feinde Elisabeths verwickelt. Dies war ihr schwerwiegendster Fehler. Sie wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 7. Februar 1587 vollstreckt, als Maria gerade fünfundvierzig Jahre alt war. Die Geschichte spielt in der Zeit, als Maria Gefangene auf Schloß Lochleven war. Die Hauptfigur ist ein junger Mann von ungewisser Herkunft, ein Katholik, der durch besondere Umstände dazu bestimmt worden war, der gefangenen Königin als Page zu dienen, jedoch mit dem Auftrag, sie auszuhorchen und alle Nachrichten an die Gefängniswärter weiterzugeben. Es handelt sich um einen Jungen, der nicht gerade die bescheidensten Charaktereigenschaften an den Tag legt, dessen unwillkürliche Sympathie für