Bővebb ismertető
|er Vorhang in der Berliner Tribüne fällt. Sekundenlang herrscht Schweigen im Zuschauerraum. Dann bricht der Begei-I sterungssturm los. Der Applaus will nicht enden. Glücklich strahlend verbeugt sich Bip mit seinem Zylinder und der roten Nelke. An diesem Abend beginnt der Weltruhm Marcel Marceaus. Das Berliner Publikum hat schon vielen Künstlern zur Weltgeltung verholfen. Sachlich wägend und kritisch urteilend zeigen die Berliner ein ausgeprägtes Feingefühl für künstlerische Qualität. Akzeptieren sie einmal eine künstlerische Leistung, dann auch mit Enthusiasmus und bedingungslos offen.So erging es Marcel Marceau bei seinem ersten Berliner Gastspiel im Herbst 1951.Nach wenigen Spieltagen in der kleinen Tribüne zog Marceau mit seinem Programm in das fest siebenhundert Personen fassende Hebbel-Theater. Aus den vorgesehenen sieben Abenden wurden drei Wochen. Das Haus war ständig ausverkauft. Wer glaubte, daß die Pantomime mehr einem intimen Theater vorbehalten sei, konnte im Hebbel-Theater sehen, daß Spannung und Konzentration bis in die letzten Reihen dieses weit größeren Hauses herrschten. Bips Erlebnisse wurden pantomimisch dargeboten. Obwohl nur Bip auf der Bühne stand, wurden in seinen Gesten die Menschen deutlich, denen er, etwa in einer Abendgesellschaft oder in einem Eisenbahnabteil, begegnete. Auf der Bühne gab es keine Dekorationen, keine Requisiten, Blumen, Bäume, Teller, Gläser - alles wurde gegenwärtig.Die Presse feierte Marcel Marceaus Leistungen und wies auf die Bedeutung dieser in Deutschland so wenig gepflegten Kunst hin. Der Siegeszug Marcel Marceaus durch die Welt begann. Nach den sensationellen Erfolgen im Ausland wieder in Frankreich, erweiterte sich auch dort sein Zuschauerkreis, der bisher nur auf wenige Intellektuelle, Maler, Schauspieler, Schriftsteller, beschränkt war. Ein großes Publikum schenkte nun dem Pantomimen seine Aufmerksamkeit. Da die Kunstform der Pantomime in Paris Tradition hatte, war einer produktiven Weiterarbeit der Boden bereitet.Marcel Marceau, am 22. März 1923 in Strasbourg geboren, verbrachte die Jugendjahre in Lille. Sein Vater war Metzger. Das geschäftige Treiben im Laden gab dem kleinen Marcel Gelegenheit, die einkaufenden Menschen, die Zubereitung des Fleisches und vieles mehr interessiert zu beobachten. Schon in frühester Kindheit hatte Marcel Freude am Spiel, an der Verstellung und Nachahmung. Eine Horde junger Knaben