Bővebb ismertető
MANTUADem Besucher, der es zum ersten Mal betritt, erscheint Mantua noch heute in einer Atmosphäre, die man als unwirklich, nahezu magisch bezeichnen i<önnte, denn die Stadt ist auf allen Seiten vom Wasser umgeben und für einen guten Teil des Jahres in silbrige Nebelschleier gehüllt, aus denen Wehr- und Gloclentürme emporragen.Mantua ist nämlich auf zwei leinen Inseln entstanden, die aus Ablagerungen des Mincio-Flusses bestehen, und dieser umspült heute noch die Stadt auf drei Seiten, indem er im Nordwesten den oberen; im Nordosten den mittleren, und im Osten den unteren See bildet; ein vierter, nämlich der Paiolo-See,. wurde Ende des 18. Jahrhunderts aufgefüllt.Im ganzen Umkreis erstreckt sich jenseits des angestauten Wassers, das die Stadt umschließt, die schier unbegrenzte, fruchtbare Ebene; ländliche Stille herrscht in den Kronen der Pappeln, die zahlreich zum Himmel aufragen, als wollten sie den Glockentürmen der unzähligen Ortschaften den Rang ablaufen. Nur gegen Norden erspäht man leicht gewelltes Hügelland; es ist das Moränen-Amphi-theater des Gardasees, und von den IHöhen aus sieht man das Wasser des Sees ebenso blauen wie die Konturen der Berge, die im Rücken des Wasserspiegels eine einmalige Szenerie bilden. In dieser Ebene wird alles Althergebrachte, alle Tradition aus ferner Vergangenheit, aber heute noch im Geiste lebendig, in der eintönigen Stille des ländlichen Lebens zur Poesie, etwas nahezu mystisch Feierliches durchweht das schlichte Landleben und weckt die Empfindsamkeit der Menschen. Aus der Anschauung dieser überaus lieblichen Landschaft mit ihren tiefgrünen Gefilden entsprangen die Geor-gicae Vergils, des großen Sängers der Kaiserzeit, der in Mantua das Licht der Welt erblickte. Er besingt vor allem anderen die Erde, er ist engstens verbunden mit der heimatlichen Landschaft, er hängt an den Erlebnissen seiner Kindheit und Jugend in dieser zauberhaften Umgebung, und dieser Verbundenheit entsprang auch seine Vaterlandsliebe.Gerade im Mittelpunkt dieses Flachlandes, zwischen den Verästelungen und Tümpeln, die der Mincio-Fluß bildete, und die ein ausgezeichnetes natürliches Verteidigungssystem darstellten, entstand die erste prähistorische Siedlung, vielleicht schon 2000 Jahre v.Chr., und aus dieser entfaltete sich später um das Jahrtausend die etruskische Stadt. Der Ursprung Mantuas ist also sehr alt, und lange Zeit blieb die Erinnerung an den mythischen Begründer der Stadt, den Helden Genus, sowie an die männliche Gottheit Mantus erhalten, dem der Gründer die Stadt geweiht haben soll, und den die Römer dann mit der griechischen Wahrsagerin Manthos, der Tochter des von Homer genannten Tiresias, verwechselten. In späterer Zeit wurde Mantua zuerst von den Galliern und dann von den Römern besetzt. In einem weiteren Zeitabschnitt, der nicht genau festgestellt werden konnte, möglicherweise im dritten oder im vierten Jahrhundert, kam es in der Gegend zur Verbreitung des Christentums, von dem die fromme Überlieferung des Hl. Longinus und der Kult der Reliquien des Blutes Christi zeugen, die zur Zeit in der Basilika zum Hl. Andreas verwahrt werden.Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, in der Zeit der Völkerwanderungen, erfuhr die Stadt die Herrschaft der Goten, der Byzantiner, der Langobarden und der Franken, bis sie gegen das Jahrtausend zu den Lehen derer von Canossa geschlagen wurde, zuerst unter dem Grafen Azzo, dessen letzte Nachfahrin die Markgräfin Mathilde (1046-1115) war. Nach ihrem Tod wurde Mantua zu einer freien Gemeinde und verteidigte im 12. und 13. Jahrhundert seine Freiheit heldenmütig gegen die kaiserlichen Kräfte. Später gelang es sogar, seine Gebiete zu erweitern, es wurden prächtige Gebäude errichtet, wie die Paläste des Broleto und der Ragione, die Sumpfgebiete im Bereich des Mincio wurden von Alberto Pitentino trockengelegt und die Stadt mit Mauern umringt.In der Zeit der Kämpfe zwischen Weifen und Waiblingern riß Pinamonte Bonacolsi im Jahr- 1273 die Macht über die Stadt an sich, und seine Familie behielt die Herrschaft über Mantua mehr als ein halbes Jahrhundert lang, wobei sie nicht wenig zu seiner Blüte und seiner kunsthistorischen Schönheit beitrug. In jener Zeit entstanden Palazzo Bonacolsi, der Palast des Stadthauptmanns, der Arengario,-die Magna Domus und die Kirchen von Gradaro und zum Hl. Franziskus. Sie prägten das Stadtbild im Mittelalter, aber einem Mittelalter, das hier noch irgendwie an Vergil erinnert, weil das Stadtge-füge nicht im engen Geflecht schmaler Gassen und verwickelter Verteidigungsbauten eine unschöne Häufung erfährt, sondern weiträumig und irgendwie erhaben bleibt, trotz schrecklicher Erinnerungen, Gemetzel und Bruderkämpfen; irgendwie ist Mantua eine Oase, in die man sich gerne aus der sengenden Sonne der Poebene flüchtet.Im Jahr 1323 ging mit dem Tod Rinaldos, den man auch Passerlno nannte, und der während eines von