Bővebb ismertető
Es begann mit einer Leserzuschrift, die sich gegen die »schamlose Plakatierung« eines Lichtspieltheaters wandte und auf die damit verbundene sittliche Gefährdung der Jugend hinwies. In meiner wöchentlichen innenpolitischen Glosse verglich ich den Verfasser des Briefes mit jenen Bundestagsabgeordneten, die ihr Mandat mit einem Keuschheitsgelübde und den Busen einer Frau mit der Erbsünde verwechseln. Außerdem, schrieb ich in meiner Glosse weiter, gehöre schon eine unglaubliche Portion Weltfremdheit dazu anzunehmen, die umstrittenen Kinoplakate könnten einem jungen Menschen von heute enthüllendere Eindrücke vermitteln, als sie in den öffentlichen Badeanstalten von Münsheim dem Besucher aufgedrängt werden. Ich schloß meine Glosse mit der zweifellos überspitzten Feststellung, daß nicht alles, was dem Zölibat nützlich sei, auch Anspruch darauf erheben könne, Maßstab für den allgemeingültigen Moral- und Sittenkodex zu sein, aber ich hatte mich am Schluß meiner Glosse schon so heftig in Zorn geschrieben, daß ich einfach nicht mehr fähig war, objektiv zu bleibet^
Künzle hatte die Glosse redigiert und unbeanstandet durchgehen lassen. Wahrscheinlich hätte er auch keinen Einwand erhoben, wenn ich mich zu der noch überspitzteren Behauptung hätte hinreißen lassen, daß in keiner anderen Stadt so viele professionelle Duckmäuser auf einem Haufen beisammenlebten wie gerade in Münsheim. Er war sechsunddreißig Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, was ihn jedoch nicht daran hinderte, mir regelmäßig Anträge zu machen. Und nicht nur er. Ich hatte in diesem vergangenen halben Jahr im Verlag schon ebenso viele mündliche wie handgreifliche Anträge erhalten. Meine diesbezüglichen Erfahrungen hätten mich zu der vielleicht voreiligen Mutmaßung verleiten können, daß es für eine einigermaßen
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