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Nach Amerika!
Als die vertraute Häuserzeile des alten Hafens im Morgendunst zurückblieb, fühlte Mabelle einen leichten Stich im Herzen. Die bunten Häuser am Kai von Honfleur waren noch gut zu sehen, das Meer war ruhig, die Sonne stand am Himmel, und auch Angst hatte sie gewiß nicht. Sie alle waren mit dem Meer aufgewachsen, die Eltern, der Bruder, sie selbst. Aber Mabelle hatte doch immer gewußt, daß sie nur für Stunden oder Tage die Stadt verließ, um einen Besuch bei der Großmutter im Kloster von Fecamp oder um einen Ausflug zu den Klippen von Etretat zu machen, wo man die Sonnenschirme aufspannen und sie auf dem schmalen Uferpfad zwischen ihrer Mutter und der Gouvernante Spazierengehen würde.
Diesmal war es anders. Diesmal standen große Reisekörbe mit den Habseligkeiten der Familie auf dem Deck, mit Stricken festgezurrt, von wasserdichten Planen geschützt. Unter Deck hatten sie eine einzige große Kabine, zu viert. Das war vielleicht das merkwürdigste nach einem Leben auf Schloß Cressonat, wo man zwar nicht reich gewesen war, aber doch unendlich viel Platz gehabt hatte: ein Zimmer für Bruder Alphonse, obwohl er erst sieben Jahre zählte, ein reizendes Zimmer für sie selbst, die junge Vi-comtesse Mabelle de Cressonat, wo sie mit all den ihr lieben Gegenständen allein war, und eine ganze Flucht von fünf Zimmern für die Eltern. So also hatten sie auf Cressonat gelebt, obwohl Ma-belles Vater noch zwei ältere Brüder hatte, das Schloß daher kaum jemals erben und wohl niemals Marquis werden konnte. Das war nun vorbei. Cressonat war längst nicht mehr zu sehen, es lag hinter der Düne im Windschatten, und auch Honfleur war nun nur noch ein bunter Strich im Dunst über den Wellen.