Bővebb ismertető
Vorwort
Das vorliegende Bändchen erscheint im Rahmen der Reihe Studientexte für die Kollegstufe und dient der Arbeit im Literaturunterricht der gymnasialen Oberstufe. Die Auswahl und die didaktisch-methodische Aufbereitung der Texte ist dementsprechend an deren Zielsetzungen und Arbeitsweisen ausgerichtet. Die Aufgabe des Herausgebers konnte deshalb nicht darin bestehen, eine Gedichtanthologie im Sinne einer Blütenlese aus dem reichen Schatz der deutschen Poesie zusammenzustellen, wie sie es in großer Zahl auch für die Schule gibt. Das leitende Ziel ist nicht so sehr das Kennenlernen bestimmter Texte um ihrer selbst willen als die Befähigung der Schüler zum adäquaten - und das heißt nicht zuletzt auch: zum methodischen - Umgang mit ihnen. Die Gedichte sind deshalb gemäß den verschiedenen Aspekten zusammengestellt, die für eine methodische Beschäftigung mit ihnen relevant sind, und bilden, zusammen mit den theoretischen Texten, die mit aufgenommen wurden, einen möglichst lemziel-orientiert und systematisch aufgebauten Kursus. Hauptgesichtspunkte seiner Strukturierung waren einmal die verschiedenen Formen und Mittel lyrischen Sprechens, zum andern die Historizität auch von Gedichten. Vorwürfe von der An, das Bändchen enthalte zwar Gedichte von mehreren weitgehend unbekannten Autoren, dagegen kein Gedicht etwa von Klop-stock, von Annette von Droste-Hülshoff, von George und Hofmannsthal, wären also, gemessen an seiner Grundkonzeption, ungerecht. Trotzdem ist der Gesichtspunkt der Repräsentanz und der literarhistorischen Bedeutung bei der Auswahl der Gedichte nicht völlig vernachlässigt worden, vielmehr wurde, soweit es der begrenzte Umfang zuließ, ein möglichst breites Spektrum möglichst relevanter Texte angestrebt und darauf geachtet, daß der kundige Benutzer nicht allzu viele der Namen vermißt, die er in einer Lyrik-Anthologie erwartet.
Ungleich härter würde den Herausgeber ein anderer Vorwurf treffen: daß er, als Konsequenz der zunehmenden curricularen Reglementierung des Unterrichts, einen Gegenstand weitgehend verschule, der dies am allerwenigsten verträgt. Und es geht ja nicht nur um das Gedicht, wenn die Beschäftigung mit ihm in die Zwangsjacke eines (möglichst auch noch taxo-nomiegerechten) Lernzielkatalogs gepreßt wird. Welche Auswirkungen