Bővebb ismertető
«Ein Schriftsteller ist ein produktiver Arbeiter, nicht insofern er Ideen produziert, sondern insofern er den Verleger, der seine Werke herausgibt, bereichert, anders gesagt, insofern er der Lohnempfänger eines Kapitalisten ist.»
Karl Marx: (Theorien über den MehnverU
EINLEITUNG
Sagen w^ir es gleich: wenn wir vor fünf oder sechs Monaten ein Buch über die politische Situation und die Möglichkeiten eines revolutionären Kampfes hätten herausbringen wollen, hätten wir bestimmt keinen Verleger gefunden. Die Bedeutung der Ereignisse vom Mai und Juni 1968 ist jedoch so groß, und der Name Cohn-Bendit ist inzwischen von den Massenmedien derartig hochgespielt worden, daß wir es nicht mehr nötig haben, mühsam nach einem Verleger zu suchen: der Verleger kommt selbst zu uns und bittet uns, ein Buch zu schreiben, das in jedem Fall, ob gut oder schlecht, interessant oder uninteressant, ein Verkaufsschlager der revolutionären Mode für die Herbstproduktion werden soll. Jeder Verlag, der auf sich hält, will sein eigenes Buch über die Mai-Juni-Ereignisse herausbringen. Ob ein Buch entsteht oder nicht, hängt also nur von seinem Wert als Ware ab und nicht davon, ob jemand willens und fähig ist, es zu schreiben.
Innerhalb dieses Krämersystems sind die Kapitalisten bereit, durch Verbreitung revolutionärer Gedanken .selbst auf ihren Tod hinzuarbeiten (ihren Tod als Kapitalisten natürlich, nicht als Individuen), vorausgesetzt, diese revolutionären Gedanken werfen kurzfristig Profite ab. Dafür zahlen sie dicke Gelder (so hat Dany Cohn-Bendit 50 000 Mark Vorschuß bekommen, ohne noch eine einzige Zeile geschrieben zu haben^), obwohl sie genau wissen, daß dieses Geld für Molotow-Cocktails verwendet wird. Sie halten nämlich die Revolution für unmöglich.
1 Hier ist nodi anzumerken, daß der «Star», dem ein hervorragender und großzügiger Empfang seitens des Verlages zuteil wurde, auf diese Weise einen Blick in das Produktionsgetriebe eines kapitalistischen Unternehmens tun durfte; sechs - ohnehin unterbezahlte - Übersetzer mußten, nur weil die Gesetze des Marktes es erforderten, Tag und Nacht erst schaffen, was das ebenfalls unter Terminzwang geschriebene Original nur andeuten konnte. Die Revolution kann und darf nicht vor den Toren der Verlagshäuser haltmachen. (Anmerkung eines der Verfasser.)