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ahe bei Florenz, auf dem Weg nach Siena, liegt inmitten des Friedens der toskanischen Landschaft, von Orangenbáumen umstanden, das Stádtchen Certaldo. In einer seiner engen Gassen liest man auf einem verwitterten einstöckigen Gebáude die Inschrift: „Dieses bescheidene Háuschen bewohnte einst jener Boccaccio, der mit des Namens Ruhm Erde und Himmel erfüllt." Seit Giovanni Boccaccio vor nahezu sechshundert Jahren hier starb, geriet sein Werk niemals in Vergessenheit, die Verbreitung seiner Bücher stieg vielmehr immer weiter an, und man erkannte immer deutlicher, was alles dieser eigenartigen Persönlichkeit zu danken war. Kaum gab es bis zum heutigen Tag einen Gestalter oder Denker, der sich nicht eine Zeitlang in sein Werk vertieft hat, und kaum weiB man von einem Buch, das über sechs Jahrhunderte hinweg so unmittelbar zu uns spricht wie das Decamerone. Der Grund dafür liegt vor allém darin, daB Giovanni Boccaccio nicht nur der Schöpfer der heute noch gültigen italienischen Prosasprache und neben Dante und Petrarca der