Bővebb ismertető
Abkürzungen als Sprachphänomen
Eine Einführung
Schon in der Antike verwendete man Abkürzungen, um Zeit und Platz zu sparen, denn der Buchdruck und gar die modernen Schreib- und Vervielfältigungstechniken waren ja noch lange nicht erfunden und Papyrus, Pergament usw. kostbar und rar; heute hat diese Tendenz besonders große Dimensionen angenommen, der Gebrauch von Abbreviaturen (Abkürzungen) als notwendiges Mittel zum Zweck'isi teilweise zu einem unnötigen, modischen Selbstzweck geworden.
Die Unmenge an Abbreviaturen, die es schon gibt, nimmt laufend zu, da neue schneller und weitaus zahlreicher entstehen, als alte, überlebte Begriffe samt ihren Abkürzungen aus dem praktischen Sprachgebrauch verschwinden (in schriftlichen Belegen jedoch weiterexistieren und auch weiterhin verstanden werden müssen). Bedenkt man, daß sich fast jedes einzelne Wort abkürzen läßt, dabei oft in verschiedener Weise (und allein die deutsche Sprache heute annähernd 400 000 Wörter kennt!), daß die Möglichkeiten von Neubildungen und Kürzungen mehrgliedriger, d.h. aus mehreren Wörtern bestehender Begriffseinheiten (beispielsweise Organisationsnamen), nahezu unbegrenzt sind und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu einem immer größeren Informationsaustausch, zu einer immer stärkeren Internationalisierung (und damit Konfrontation auch mit ausländischen Ausdrücken und Abbreviaturen) zwingen, dann gewinnt man eine Vorstellung davon, wie weitreichend und unaufhörlich expandierend dieses Gebiet tatsächlich ist. Gleichzeitig wächst jedoch die Gefahr, daß die meisten Abkürzungen gar nicht mehr verstanden werden und so ihren eigentlichen Sinn und Zweck - sprachliche Helfer zu sein - verfehlen.
Alle Abkürzungen der einzelnen Sprachen, Länder bzw. Fachgebiete zusammentragen zu wollen, scheint illusorisch und wohl kaum erstrebenswert: allzu oft müßte eine solche (ziemlich umfangreiche und also auch entsprechend teure) Sammlung durch die ständigen Neubildungen ergänzt werden - und wieviele Interessenten gibt es schon für sehr spezielle, seltene oder gar längst überlebte Ausdrücke?
Das vorliegende Buch bringt daher eine wohldurchdachte Auswahl alphabetisch angeordneter Abbreviaturen, Kurzwörter und Formelzeichen mit über 65 000 Abkürzungserklärungen und zahlreichen zusätzlichen Informationen, teilweise lexikonartig zusammengestellt, sowie im Anhang thematisch gegliederte sonstige Zeichen und Symbole. Es enthält die wichtigsten aktuellen und auch relevante frühere Abkürzungen aus allen Lebens- und Wissensbereichen und dürfte nicht nur für weiteste Kreise der Bevölkerung, sondern auch für den Fachmann von Interesse und von Nutzen sein.
»Lücken« wird es bei einer Auswahl logischerweise immer geben, und der eine mag dies, der andere das aus seiner Arbeits- und Hobbysphäre vermissen, weil er es eben für wichtiger hält als mancher andere; so ließe sich über die Notwendigkeit einer Aufnahme dieser oder jener Abbreviatur gewiß streiten, ebenso über die Frage, ob man auf bestimmte »allgemeine« und daher vermutlich sowieso bekannte bzw. leicht verständliche Abkürzungen (wie u., evtl., z. B. usw.) nicht lieber zugunsten spezieller, weniger geläufiger Termini verzichten sollte (ein Argument übrigens, das den Wortbestand jedes »allgemeinen« Wörterbuches betrifft) - doch wo wäre dann die Grenze zu ziehen? Eine Patent-
5