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VORWORT
LE MARTEAU SANS MAÎTRE ist zwischen 1953 und 1955 entstanden. Das Werk besteht aus neun Stücken, die bei drei Gedichten von René Char anknüpfen und so drei Zyklen bilden. Die Titel der drei Gedichte lauten: L'Artisanat furieux, Bourreaux de solitude und Bel édifice et les pressentiments. Die Mitwirkung der Singstimme ist nicht bei jedem Stück obligatorisch; ich mache einen Unterschied zwischen Stücken, in die das Gedicht eingegangen ist und durch die Stimme zum Ausdruck kommt, und Stücken der Weiterentwicklung, bei denen die Stimme im Prinzip keinerlei Rolle mehr spielt. So enthält der Zyklus, der von dem Gedicht L'Artisanat furieux ausgeht, folgende Stücke: AVANT l'Artisanat furieux (instrumental), den eigentlichen Satz l'Artisanat furieux (vokal) und APRES l'Artisanat furieux (instrumental). Der Zyklus, der auf Bourreaux de solitude fußt, besteht aus Bourreaux de solitude (vokal), dazu aus den Kommentaren I, II und III zu Bourreaux de solitude (instrumental). Der von Bel édifice et les pressentiments her aufgebaute Zyklus setzt sich aus einer ersten Fassung und ihrer Doppelgängerversion zusammen. Diese Zyklen folgen jedoch nicht einfach aufeinander, sondern durchdringen sich gegenseitig in einer Weise, daß die Großform ihrerseits eine Kombination von drei einfacheren Strukturen bildet. Es soll genügen, hier die Reihenfolge der Stücke anzugeben; man wird dann ohne weiteren Hinweis die angestrebte Ordnung erkennen können. 1. avant l'Artisanat furieux
2. Kommentar I zu Bourreaux de solitude 3. l'Artisanat furieux
4. Kommentar II zu Bourreaux de solitude
5. Bel édifice et les pressentiments — erste Version 6. Bourreaux de solitude 7. apres l'Artisanat furieux
8. Kommentar III zu Bourreaux de solitude
9. Bel édifice et les pressentiments — Doppelgängerversion Mit dieser formalen Anlage habe ich mir die Aufgabe gestellt, die drei Zyklen so ineinander zu verzahnen, daß der Gang durch das Werk vielschichtig wird; einzig das letzte Stück gibt in gewisser Weise die Lösung, den Schlüssel zu diesem Labyrinth. Diese Formvorstellung hat mich übrigens noch viel weiter gewiesen, denn sie befreite die Form von jeglicher Vorausbestimmung; hier, im Marteau sans maître, tat ich den ersten Schritt dazu durch den Bruch mit der „Einbahnstraßen"-Form.
Was die Verwendung der Singstimme im „Kern" sozusagen eines jeden Zyklus betrifft, ist l'Artisanat furieux ein rein lineares Stück in dem Sinn, daß der Text auf direkteste Weise behandelt, d. h. „in Musik gesetzt" ist. Das Gedicht wird in einem ausgezierten Stil gesungen und von der Flöte begleitet, welche die Vokallinie kontrapunktiert (direkter und absichtsvoller Bezug auf das siebente Stück aus Schönbergs Pierrot lunaire). Das Gedicht steht hier durchaus im Vordergrund. Bei der ersten Fassung von Bel édifice et les pressentiments habe ich eine andere Art von Beziehung