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Vorwort
Mit heißem Herzen und Hirne naht' ich ihr Nacht für Nacht. Sie war eine dreiste Dirne, die ich zur Jungfrau gemacht.
Karl Kraus, Die Sprache
„In keiner Sprache kann man sich so schwer verständigen wie in der Sprache", sagte Karl Kraus. Das hat natürlich viele Gründe: Die Herkunft vieler Sprachbilder ist aufgrund von Tabus und Schönrederei verdunkelt, Fremdwörter dringen in die Sprachen ein, Internationalismen bilden sich heraus, Poeten schaffen verwirrende Sprachkunststücke und Sprachkunst-Stücke. Vor allem: Die Bedeutung vieler Wörter wandelt sich, und im übrigen gilt die Erkenntnis Heinrich Heines: „Lebt das Wort, so wird es von Zwergen getragen; ist das Wort tot, so können es keine Riesen aufrecht erhalten."
Im vorliegenden Buch wird für diese Probleme Abhilfe geschaffen: Es warnt davor, sich schanghaien zu lassen, beschreibt einen knauserigen Silhouette und geschäftstüchtige Lombarden, macht Sie mit den Herren Micawber, Scrooge und Pecksniff, aber auch mit Aussprüchen Margaret Thatchers bekannt und erläutert Ihnen, daß das Wort Benzin von Sprachwissenschaftlern allen Ernstes auf den Fabrikanten Karl Benz zurückgeführt worden ist.
Das Buch verrät etwas von der Pedanterei schlägefauler Nebenmenschen, aber auch von Bienenwölfen und Honigschweinen; es bietet Erläuterungen zu Wieselwörtern, Reiberdatschis und persisch-deutschen Spracheinflüssen (zu denen mir Ani Besharatian einige Angaben gemacht hat), gibt pohtisch korrekte Hinweise zur Bezeichnung melanin-armer und vertikal herausgeforderter Personen und vermittelt Kenntnisse über
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