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Einleitung
Nils Mosessen ist der eigentliche »Verfasser» der meisten Texte, die in den Teilen III und IV meiner Sammlung lappischer Volksdichtung enthalten sind. Diesem A'orzüglichen Kenner der alten lappischen Folklore will ich hier, in dankbarer Erinnerung, meine tiefgefühlte Anerkennung zollen.
An diesen unansehnlichen Mann, der auf Lappisch Mowsis Nijlas genannt wurde, wies man mich gleich, als ich im Frühjahr 1920 mit meinen Untersuchungen des seelappischen Dialekts in Nesseby (Unjarg) am Nordstrand des Varangerfjords die ersten Anfänge machte. Ein Schimmer meiner eigenen jugendlichen Begeisterung haftet noch an diesen »sagenhaften» Erinnerungen.
In seiner altertümlichen Torfhütte, die etwas höher im Dorfgelände lag, empfing mich dieser begabte Sänger und Erzähler mit Fi-eundlichkeit. Er beherrschte eigentlich nur die lappische Sprache und gebrauchte sie meisterhaft, und auf dem G-ebiete der Poesie kannte er mu' die genuine lappische Metrik und Melodik. Er lud mich gleich zum frischen Kaffee ein, und seine Frau briet herrliche Waffeln dazu. Nijlas zeigte mir sein Heim. Seine Torfhütte bestand aus einem »Wohnraum» rechts von der Vorstube. Ferner gab es dort einen kleinen Viehstall links und eine kleine Speisekammer hinter der Vorstube. Alles ruhte auf Zeltbogenkonstruktionen mit Wänden und Dächern aus Torf, Birkenrinde und Rasenflächen. Das ganze wirkte wie ein Museum der lappischen Altertümer. So was gibt es dort heute nicht mehr. Draussen am Hofraum hatte Nijlas einen kleinen Speicher und ein G-erüst für Heu, Torf und Brennholz. In diesem wunderbaren Milieu wurde ich von der unvergleichlichen, poetischen Stimmung, die hier waltete, mächtig bezaubert.
Damals, vor 40 Jahren, war Nils Mosessen ein kleingewachsener, schlanker Mann mittleren Alters, machte aber einen jugendlichen Eindruck. In meinem Buche »Laulava Lappi» habe ich schon