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István Nemeskürty - Kurze Geschichte des ungarischen Films [antikvár]

Kurze Geschichte des ungarischen Films [antikvár]

István Nemeskürty, Nemeskürty István

 
Als der in Belgien geborene große französische Regisseur Jacques Feyder im Auftrage der österreichischen Filmfirma Vita die Verfilmung eines in Ungarn spielenden Drehbuches von Jules Romains vorbereitete, traf er in seiner auf Ersuchen der Wiener Zeitschrift Komödie im Jahre 1923 geschriebenen Studie die seinerzeit kühn erscheinende Feststellung, daß nur ein Film mit entschieden nationalem Charakter zu einem Film von wirklich internationaler Bedeutung werden kann. Der Regisseur, der Ungarn bis dahin nur vom Hörensagen her kannte,...
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Als der in Belgien geborene große französische Regisseur Jacques Feyder im Auftrage der österreichischen Filmfirma Vita die Verfilmung eines in Ungarn spielenden Drehbuches von Jules Romains vorbereitete, traf er in seiner auf Ersuchen der Wiener Zeitschrift Komödie im Jahre 1923 geschriebenen Studie die seinerzeit kühn erscheinende Feststellung, daß nur ein Film mit entschieden nationalem Charakter zu einem Film von wirklich internationaler Bedeutung werden kann. Der Regisseur, der Ungarn bis dahin nur vom Hörensagen her kannte, nahm das von ihm selbst verkündete Prinzip so ernst, daß der Film Das Bildnis (L'Image, 1925) das damalige Ungarn genauer und treffender schilderte als irgendein anderer zu jener Zeit von ungarischen Regisseuren gedrehter Film. Zu Recht erinnerte daher Georges Sadoul die 1952 von Frigyes Bán gedrehte Filmversion des Theaterstückes Kurzweil der Reichen (Úri muri) von Zsigmond Móricz, dem großen realistischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, an dieses frühe Meisterwerk Feyders : „Leurs tableaux ont parfois quelque ressemblance avec les meilleurs épisodes de L'Image, que Jacques Feyder réalisa en Hongrie vers 1925, d'apres un médiocre scénario de Jules Romains. Par-dela le pittoresque de la puszta, le grand réalisateur français avait su, de temps a autre, entrevoir la stagnation corrompue des féodaux horthystes." (Die Sequenzen haben manchmal eine gewisse Ähnlichkeit mit den besten Episoden aus dem Film „Das Bildnis", den Jacques Feyder um 1925 in Ungarn nach einem mittelmäßigen Drehbuch von Jules Romains schuf. Der große französische Regisseur hat es verstanden, hinter der malerischen Schönheit der Pußta zeitweise die korrupte Rückständigkeit des feudalen Horthy-Regimes durchblicken zu lassen. - Panorama du Cinéma Hongrois. Paris 1952.) Jacques Feyders geistreiche Feststellung, daß nur ein Film von entschieden nationalem Charakter wahrhaft international sein kann, ist für die ganze ungarische Filmgeschichte gültig. Sooft die ungarische Filmindustrie mit der Nachahmung ausländischer Erfolgsmuster unterhalten wollte, gelangte ihre Produktion nicht über die Grenzen des Landes hinaus. Doch wenn sie versuchte, eine analytische Darstellung der ungarischen Gesellschaft zu geben, wenn der Filmkünstler, von der gegebenen Situation in Ungarn ausgehend, um die Erörterung einer allgemeinen humanen Aussage bemüht war, fanden auch die differenziertesten ungarischen Probleme ein internationales Echo. 5

Termékadatok

Cím: Kurze Geschichte des ungarischen Films [antikvár]
Szerző: István Nemeskürty Nemeskürty István
Kiadó: Corvina Kiadó
Kötés: Varrott papírkötés
ISBN: 9631311023
Méret: 140 mm x 200 mm
István Nemeskürty művei
Nemeskürty István művei
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