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Berlin erwarb sich in diesem Jahrhundert den Ruf, eines der anregendsten Zentren bildender Kunst zu sein. Das gilt auch für die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Nach 1945 wirkten hier wichtige Wegbereiter der sozialistischen Kunst wie die Maler Heinrich Ehmsen, Max Lingner, Otto Nagel und Oskar Neriinger, der Fotomonteur John Heartfield und die Bildhauer Will Lammert, Fritz Cremer, Theo Bälden und Heinrich Drake. Zu ihnen gesellten sich einige jüngere Kräfte, die Maler und Graphiker Horst Strempel, Arno Mohr und Herbert...
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Berlin erwarb sich in diesem Jahrhundert den Ruf, eines der anregendsten Zentren bildender Kunst zu sein. Das gilt auch für die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Nach 1945 wirkten hier wichtige Wegbereiter der sozialistischen Kunst wie die Maler Heinrich Ehmsen, Max Lingner, Otto Nagel und Oskar Neriinger, der Fotomonteur John Heartfield und die Bildhauer Will Lammert, Fritz Cremer, Theo Bälden und Heinrich Drake. Zu ihnen gesellten sich einige jüngere Kräfte, die Maler und Graphiker Horst Strempel, Arno Mohr und Herbert Sandberg. Der Maler Fritz Duda suchte an die 1928 gegründete und von den Faschisten verbotene »Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands« (ASSO) anzuschließen: er gründete 1946 die »Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Künstler«, zu der unter anderen Paul Fuhrmann, Alfred Beier-Red, Ernst Jazdzewski, Horst Strempel und Paul Schultz-Liebisch gehörten. Die Situation der ersten Nachkriegsjahre war gekennzeichnet von der Suche nach neuen Wegen künstlerischen Ausdrucks: Viele Künstler hatten während und nach derZerschlagung des Faschismus ihre verantwortungsvolle Rolle in der Gesellschaft erkannt, sie stritten öffentlich über Wesen und Funktionen der Kunst. Auch in Berlin kam es zur Sammlung der antifaschistischen, humanistischen und demokratischen Kräfte unter der künstlerischen Intelligenz. Der »Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands« erwarb sich dabei besondere historische Verdienste — er veranstaltete auch die erste größere Ausstellung bildender Künstler nach dem Kriege, die bereits im Dezember 1945 gezeigt wurde. Ein knappes halbes Jahr später, im Mai 1946, öffnete das Zeughaus seine Tore für die »1. Deutsche Kunstausstellung der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung in der Sowjetischen Besatzungszone«. Der Katalog verzeichnet aus der Berliner Künstlerschaft unter anderen die Bildhauer Heinrich Drake. Alexander Gonda, Waldemar Grzimek, GustavSeitz, Renée Sintenis und Richard Scheibe sowie den Metall-plastiker Fritz Kühn, die Maler August Wilhelm Dressler, Fritz Duda, Heinrich Ehmsen, Werner Gilles, Werner Heidt, Karl Hofer, Max Kaus, Paul Kuhfuß, Alice Lex-Nerlinger, Oskar Moll, Otto Nagel, Oskar Neriinger, Max Pechstein, Horst Strempel, Georg Tappert und die Graphiker Arno Mohr, Hans Orlowski, Herbert Sandberg und Herbert Tucholski. Mit diesen Namen ist das Kraftfeld umrissen, aus dem heraus Impulse für die künstlerische Entwicklung der späten vierziger Jahre kamen. Vermutlich gab es damals in kaum einer anderen deutschen Stadt so heftige politische Diskussionen unter den Künstlern wie in Berlin: In der durch die Besatzungsmächte viergeteilten Stadt prallten die Gegensätze unvermittelt aufeinander. Hitzige Debatten über Kunst und Politik, alsbald über Formalismus und Realismus wurden in zahlreichen Zusammenkünften der Künstler und in Zeitungen (die Realismus-Formalismus-Debatte vornehmlich in der »Täglichen Rundschau«) und Zeitschriften (der Disput über Kunst und Politik zwischen Hofer und Neriinger in der »bildenden kunst«) ausgetragen. Auch die gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen, die zur Herausbildung einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung führten, stellten Forderungen an die Künstler. Berlin wurde in jenen Nachkriegsjahren ein neues geistig-kulturelles Zentrum mit hervorragenden Theaterinszenierungen, reger Verlagstätigkeit, zahlreichen Zeitschriften (darunter der für die Entwicklung der bildenden Künste wichtige »Ulenspiegel«, geleitet von Herbert Sandberg und Günther Weisenborn) und vielen Ausstellungen. Die wesentlichen Werke zwischen 1945 und 1949 (auf dem späteren Territorium der DDR und in ihrer Hauptstadt) entstanden in schöpferischer Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit, als Dokumentation der Kriegskatastrophe und als Widerspiegelung des Neubeginns (Bilder vom Enttrümmern, von der Produktion usw.). Von der Berliner Kunst bleiben — neben den Ruinenbildern Karl Hofers und Werner Heidts, der von 1946 bis 1949 in Berlin-Weißensee lebte - bedeutungsvoll: die Heimkehrer-Bilder von Fritz Duda, das Gemälde »Zwei Kriege — zwei Witwen« (1946) von Max Lingner, die Folge »Krieg und Nachkrieg« (1947/48) von Oskar Neriinger, der Zyklus »Eine Freundschaft« (Buchausgabe 1949) von Herbert Sandberg, die Berlin-Mappe (Lithographien, 1949) von Werner Heidt, das expressiv-anklagende Auschwitz-Gemälde (1948) von Heinrich Ehmsen, ein Selbstbildnis (1949) von Otto Nagel und die satirischen Bemerkungen zur Zeit (1949) des jungen Werner Klemke, der mit diesen Blättern die alte Berliner Tradition des Holzstichs künstlerisch wiederbelebte. Ein herausragendes Werk ist das Triptychon »Nacht über Deutschland« (1945/46) von Horst Strempel, das Formengut von Barlach, Beckmann und Hofer weiterträgt und neben Hans Grundigs Gemälde »Den Opfern des Faschismus« (1946) und Fritz Cremers Plastik »Der Geschlagene« (1947) eines der frühesten gültigen Zeugnisse deutscher Selbstbesinnung aus antifaschistischem Bewußtsein darstellt. Strempel war von 1947 bis 1952 Professor an der neugegründeten Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, der heutigen Kunsthochschule Berlin. Er gehörte in Berlin zu jenen Malern, die am frühesten eine prinzipielle kulturpolitische Forderung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zu erfüllen bemüht waren: die Gestaltung des Arbeiters zu einem zentralen Anliegen der künstlerischen Arbeit zu machen. Strempel zählt auch zu den Pionieren des Wandbildes in der DDR (erwähnt sei »Me-

Termékadatok

Cím: Künstler in Berlin [antikvár]
Szerző: Lothar Lang
Kiadó: Henschelverlag Kunst und Gesellschaft
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 240 mm x 280 mm
Lothar Lang művei
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