Bővebb ismertető
Vorwort
Dieses Buch ist das Dokument eines gewaltigen Unbehagens. Die USA sind im März 2003 im Irak einmarschiert, haben das Regime des Massenmörders Saddam Hussein gestürzt und das Land besetzt. Wie kaum ein anderer Krieg wurde der Irak-Krieg von vornherein als normativ - zumindest für die zukünftige US-Politik - verstanden, ein neuer völkerrechtlicher Weg, der am Irak erprobt wurde, jederzeit wiederholbar, wenn ein anderer Kandidat die Kriterien erfüllt: Syria next, Iran next. Diese Kriterien, »Kriegsgründe«, würde die US-Politik so formulieren: Besitz von Massenvernichtungswaffen, aktive US-Feindlichkeit und Abwesenheit von Menschenrechten.
Dies hält einer Überprüfung nicht stand. Im Fall des Irak kommen andere gewichtige Kriegsgründe dazu, keiner steht für sich allein. Der am meisten publizierte, die Massenvernichtungswaffen, wurde erst aktiviert, als die Kriegsentscheidung bereits gefallen war: Saddam Hussein muss weg. Saddam Hussein hat Massenvernichtungswaffen - das war die Reihenfolge, nicht umgekehrt. Die Manipulation war einfach zu bewerkstelligen: Der Irak hatte bis zum Golfkrieg 1991 A-, B- und C-Waffenprogramme verfolgt, sie nachher nur unter Zwang zugegeben, die Natur des Regimes hatte sich nicht verändert. Über die Gegenwart wusste man nichts. »Was brauchen wir noch für Beweise?«, wie US-Präsident George Bush einmal sagte. Er meinte »Gründe«, Kriegsgründe. Heute wissen wir, dass selbst wenn im Irak noch etwas gefunden wird, das von den kriegsführenden Mächten