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Desmond Morris - Körpersignale [antikvár]
 
KORPERBEOBACHTUNG ¦ Der menschliche Körper gehört mit zu den seltsamsten Dingen im Reich der Natur; er stolziert auf seinen Hinterbeinen einher, praktisch nackt, mit einer zarten, fleischigen Oberfläche, die schon ein spitzer Dorn leicht verletzen kann; weder mit Krallen oder Fängen bewehrt, noch mit einem Schuppenpanzer oder Giftdrüsen ausgestattet - und dennoch hat er sich den ganzen Planeten Untertan gemacht. Sämtliche menschlichen Körper auf Erden gehören gegenwärtig derselben Spezies an, Homo sapiens; in grauer Vorzeit gab es...
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KORPERBEOBACHTUNG ¦ Der menschliche Körper gehört mit zu den seltsamsten Dingen im Reich der Natur; er stolziert auf seinen Hinterbeinen einher, praktisch nackt, mit einer zarten, fleischigen Oberfläche, die schon ein spitzer Dorn leicht verletzen kann; weder mit Krallen oder Fängen bewehrt, noch mit einem Schuppenpanzer oder Giftdrüsen ausgestattet - und dennoch hat er sich den ganzen Planeten Untertan gemacht. Sämtliche menschlichen Körper auf Erden gehören gegenwärtig derselben Spezies an, Homo sapiens; in grauer Vorzeit gab es noch andere, eng venwandte Arten, die aber am Wegesrand gestrandet sind (vielleicht auch vom Weg heruntergestoßen wurden). Heute machen die europiden und mon-goliden Rassen 92 Prozent der Weltbevölkerung aus, die restlichen acht Prozent Gruppen wie Neger und Buschmänner. ¦ Manche Quellen haben die rassischen Unterschiede zwischen Menschengruppen zu stark hervorgehoben. Dabei sind selbst die auffallenderen Unterschiede dieser Art, anthropologisch gesehen, ziemlich unbedeutend und haben fast ausschließlich etwas mit Anpassung an unterschiedlich hohe Sonneneinstrahlung, Temperaturen und Feuchtigkeit zu tun. Mit dem Aufkommen von Kleidung und Architektur, Zentralheizung und Klimaanlagen haben selbst diese kleinen Unterschiede an Bedeutung verloren. Alle Menschen weisen körperlich - und auch wesensmäßig - erstaunlich viele Ähnlichkeiten auf. Die Abweichungen in dieser wie in jener Rich-'?¦"S.siid natürlich faszinierend, aber im Vergleich zu den Ähnlichkeiten geringfügig, wie jeder, der mit einem objektiven, unvoreingenommenen Blick in der Welt herumreist, schnell feststellen wird Nichts fasziniert uns so sehr wie der menschliche Körper. Bewußt oder unbewußt sind wir alle auf körperliche Phänomene fixiert. Selbst in einer lebhaften Unterhaltung, wenn wir scheinbar von der verbalen Kommunikation voll und ganz in Anspruch genommen sind, bleiben wir leidenschaftliche Körperbeobachter. Bis zum Erreichen der Volljährigkeit haben wir alle einen außerordentlichen Spürsinn entwickelt für die geringsten Veränderungen in Ausdruck, Gestik, Haltung und Körperbetonung unserer Mitmenschen. Wir erwerben diese Sensibilität inehr schlecht als recht, mehr durch Intuition als durch Analyse. Würden wir uns die Mühe machen, die körperlichen Erscheinungen genauer zu erforschen, könnten wir noch sensibler auf diese reagieren und die eine oder andere Fehleinschätzung vermeiden, zu der uns unsere Intuition bisweilen führt. So gut wir auch die Körpersprache verstehen, wir machen doch Fehler. Oftmals Fehler schwerwiegender Natur, die zu ganz falschen Vorstellungen über unseren Körper führen, und diese setzen sich mit der Zeit so fest, daß sie aus dem landläufigen Denken kaum noch auszumerzen sind. Wie wir sehen werden, beruhen erstaunlich viele uns liebgewordene Vorstellungen über Teile des menschlichen Körpers auf falschen Voraussetzungen. Was uns zudem die Sicht verstellt, ist die Tatsache, daß wir bestimmte Aspekte unseres eigenen Körpers als ziemlich selbstverständlich hinnehmen. Die Person, die wir im Badezimrnerspiegel sehen, ist uns so vertraut, daß wir keine Fragen mehr stellen, wie das menschliche Lebewesen zu seiner jetzigen Gestalt gelangt ist. Wir machen uns vielleicht Sorgen um unsere Gesundheit oder unser Gewicht und zerbrechen uns den Kopf über richtige Ernährung und gymnastische Übungen, aber das ist etwas anderes. Solche von Besorgnis geprägten Beschäftigungen mit unserem Körper bringen uns nicht dazu, uns aus evolutionärer Sicht zu betrachten, als Teil eines größeren zoologischen Spektrums. Wenn uns in einer naturgeschichtlichen Fernsehsendung eine uns fremde exotische Tierart vorgeführt wird, zum Beispiel ein gefleckter Seehase oder eine scheckige Elefantenspitzmaus, wundern wir uns über diese bizarren Wesen, ihre eigenartige Färbung, die raffinierte Zweckmäßigkeit ihrer Form und ihres Aussehens und die Komplexheit der Be-

Termékadatok

Cím: Körpersignale [antikvár]
Szerző: Desmond Morris
Kiadó: Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 220 mm x 290 mm
Desmond Morris művei
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