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EINLEITUNG
DIE KOLONIE DER KÖNIGE
Alte, legitime Monarchien yerfallen unaufhaltsam, und Demos hält schon den schmutzigen Rachen auf, um sie zu verschlingen.
GABRIELE D'ANNUNCIO
In meinem Beruf gibt es viel Arbeitslosigkeit.
ALBERT I., KÖNIG VON BELGIEN
Der 2O. Mai 191 o bezeichnet für dieses Jahrhundert den Höhepunkt monarchischer Repräsentation. An diesem Tage geleiteten ein Kaiser vmd acht Könige den Sarg Eduards VII. von England zur Gruft in Windsor. Neben dem neuen König Georg V. stand der deutsche Kaiser Wilhelm II., der ,Präses der Fürstengewerkschait'. Die Könige waren: Haakon VII. von Norwegen, Friedrich VIII. von Dänemark, Manuel II. von Portugal, Alfons XIII. von Spanien, Georg I. von Griechenland, Ferdinand I. von Bulgarien tmd Albert I. von Belgien. Außer ihnen waren anwesend: die Kaiserinmutter von Rußland (Maria Feodo-rovma, Schwester der Königin Alexandra von England); die Königinmutter von Holland; die Kronprinzen von Griechenland, Montenegro, Rumänien vmd Serbien imd Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich. Außenminister Stephan Pichón imd Expräsident Theodore Roosevelt, die Vertreter der beiden einzigen großen Republiken Frankreich imd Amerika, wirkten in dem glanzvollen Trauerzug fast wie verloren.
Etwas anderes als geziemender Schmerz dürfte die Gemüter der anwesenden Fürstlichkeiten bei der Bestattimg ihres Anverwandten kaum bedrückt haben. Zwar hatte das 19. Jahrhundert mit Krieg und Revolution an manchem Throne gerüttelt, aber fast alle waren intakt geblieben, und der letzte Umsturz von Bedeutung - die Absetzung